Vermittlerregister: Mehr Zulassungen, aber auch mehr Vergütung?

Berater Investmentfonds Meistgeklickt von Detlef Pohl

Bricht man die Zahlen auf solche Punkte wie Alter, verbleibende Zeit in der Branche, eigene Altersvorsorge, Stellvertretung bei längerer Krankheit und gängige Vergütungsmodelle herunter, ist derzeit wenig Grund zu Optimismus. „Regulierung und Demografie halten die freien Vermittler unter Stress“, betont Frank Rottenbacher, AfW-Vorstand für Politik, Bildung und Qualifikation. Seine Einschätzung stützt sich auf die Zahlen des AfW-Vermittlerbarometers vom November 2018. An der jährlichen Vermittlerumfrage des Bundesverbandes Finanzdienstleistung hatten 1.340 Berater teilgenommen.

Im Schnitt waren sie 53,4 Jahre alt und damit 1,7 Jahre älter als bei der Umfrage ein Jahr zuvor. Fast 38 Prozent der befragten 34d-Vermittler beabsichtigen noch länger als 15 Jahre aktiv in der Branche zu bleiben (34f-Vermittler: 36 Prozent). Vor zwei Jahren waren es jedoch noch über 47 Prozent, die solange arbeiten wollten. Inzwischen wollen 42 Prozent ihr Gewerbe innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre aufgeben.

Stagnierende Gewinne und unklare Altersvorsorge

Als Altersvorsorge für den Ruhestand sehen 55 Prozent den Verkauf des eigenen Bestandes an (procontra berichtete), 23,5 Prozent das Nachziehen eines Nachfolgers und 70 Prozent Wertpapiersparpläne. Für den Fall längerer Krankheit hat ein Drittel der vom AfW Befragten nichts geregelt. Ein Viertel hat einen Kollegen bevollmächtigt, 14 Prozent einen Angehörigen und 7,5 Prozent einen Pool mit der Übernahme des Tagesgeschäfts beauftragt.

Makler machten 2018 laut AfW 49.970 Euro Gewinn pro Jahr. Im Jahr zuvor waren es im Schnitt noch 2.500 Euro brutto vor Steuern und Altersvorsorge weniger gewesen. Dennoch bleiben über zwei Drittel weiter unter 50.000 Euro Gewinn (procontra berichtete). Fast jeder siebte liegt mit seinem Jahresgewinn gar unter 10.000 Euro, fast jeder Vierte unter 25.000 Euro.

Abschlussvergütungen zugunsten der Bestandsvergütung zu senken, das sehen 38 Prozent negativ oder gar sehr negativ, aber 34 Prozent auch positiv oder sehr positiv. 30 Prozent der 34d-Vermittler wollen Honorarberatung auch künftig nicht anbieten (34f: 25 Prozent). Versicherungsvermittler erwarten im Schnitt 21 Prozent Umsatzrückgang in der Lebensversicherung, falls die Abschlussvergütung auf 25 Promille gedeckelt wird (procontra berichtete).

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Was wird aus der Vergütung?

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