Verbraucherschützer in der Bredouille

Panorama Recht & Haftung Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die Pleite der VZ Bremen ist kaum aus den Medien, da kriselt es schon bei den nächsten Verbraucherschützern. Bei Öko-Test gab es am Dienstag umfangreiche Razzien und Hermann-Josef Tenhagens Finanztip wurde wegen Irreführung verurteilt.

Ein Urteil des Dresdner Oberlandesgerichts bedeutet aktuell Probleme für das Verbraucherschutz-Portal Finanztip unter der Leitung von Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. Auch bei Öko-Test kriselt es.

Ein Urteil des Dresdner Oberlandesgerichts bedeutet aktuell Probleme für das Verbraucherschutz-Portal Finanztip unter der Leitung von Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen. Auch bei Öko-Test kriselt es. Bild: procontra

In diesem Frühjahr hatte die Verbraucherzentrale Bremen mit ihrer Zahlungsunfähigkeit für einen Paukenschlag gesorgt. Man wolle sich nun in Eigenregie sanieren, nachdem man sich bei der Altersvorsorgeplanung für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finanziell verhoben hatte.

Die Auswirkungen finanzieller Fehlentscheidungen bekommen aktuell auch die Verantwortlichen für die Verbraucherzeitschrift Öko-Test zu spüren. Am Dienstag hätten über 40 Beamte in mehreren Städten die Büros des herausgebenden Verlags Öko-Test AG sowie dessen Muttergesellschaft Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (DDVG) durchsucht. Das berichten gleichlautend mehrere große Zeitungen.

Fragwürdige Geschäfte in China

Hintergrund der Razzien war die gescheiterte Expansion von Öko-Test nach China. Vor zwei Jahren hatten die DDVG und die damalige Öko-Test Holding AG dort mehrere Millionen Euro in die Cavete Beijing Consulting Limited investiert. Nach mehreren Lebensmittelskandalen in China sah der Plan so aus, mit dem gründlichen Ruf deutscher Verbraucherschützer dortige Produkte zu testen und die Ergebnisse an Millionen potenzieller Leser zu verkaufen. Darüber hätte sich auch die SPD gefreut. Denn die Sozialdemokratische Partei ist Eignerin an der DDVG.

Doch anstatt satte Gewinne zu liefern, ging der chinesische Öko-Test-Ableger pleite. Weil die verantwortlichen Manager dabei ihre Prüf- und Sorgfaltspflichten verletzt haben sollen, wird nun ermittelt. Der Spiegel berichtet zudem, einzelne Beschuldigte hätten zugleich Posten bei der Hongkonger Gesellschaft gehabt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft erklärte zwar, dass die Ermittlungen keinen Bezug zu den Presseaktivitäten der Zeitschrift hätten. Besonders zuträglich dürften die aktuellen Entwicklungen sowie das verlorene Geld für sie aber nicht sein.

Seite 1: Razzien bei Öko-Test
Seite 2: Auch Tenhagens Finanztip mit Problemen

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