Unfallversicherung: Wie viel Pause braucht ein Fondsmanager?

Berater Recht & Haftung von Florian Burghardt

Ein Fondsmanager war auf einem Spaziergang in seiner Mittagspause gestürzt. Da seine Arbeit so stressig und die Pause deshalb erforderlich sei, verlangte er die Anerkennung als Arbeitsunfall. Das LSG Darmstadt musste entscheiden.

Der Job eines Fondsmanagers ist sicher stressig. Aber rechtfertigt das eine Ausnahme beim Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung?

Der Job eines Fondsmanagers ist sicher stressig. Aber rechtfertigt das eine Ausnahme beim Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung? Bild: Pixabay

Ob auf einem Umweg zum Arbeitsplatz, bei einem Zwischenstopp am Briefkasten oder beim schnellen Besorgen des Coffee to go – immer wieder wird vor Gericht darüber gestritten, wann der gesetzliche Unfallversicherungsschutz besteht und wann nicht. Die meisten Urteile in solchen Angelegenheiten sind Argumente für den Abschluss einer privaten Unfallversicherung.

Ein weiteres Verfahren dieser Art hatte ein Fondsmanager ursprünglich beim Sozialgericht Darmstadt angestoßen (Az.: S 3 U 220/14) und nach der Klageabweisung als Berufungsverfahren bis vor das Landessozialgericht Darmstadt gebracht (Az.: L 9 U 208/17).

Der Mann war bei einer Investmentgesellschaft angestellt. Als er eines Mittags das Firmengebäude für einen Spaziergang verließ, stolperte er über eine Steinplatte und stürzte. Beim Aufprall auf dem Boden verletzte er sich an den Handgelenken und einem Knie. Die Berufsgenossenschaft wollte dies jedoch nicht als Arbeitsunfall anerkennen, da der Mann während einer eigenwirtschaftlich geprägten Pause verunglückt war. Der Fondsmanager erklärte hingegen, dass aufgrund seiner Arbeitsbelastung die Pause zur Fortsetzung der Arbeit erforderlich gewesen sei.

Betriebliche Belastung nicht ausreichend

Zwar mag die Aufgabe eines Fondsmanagers besonders stressig und verantwortungsvoll sein. Das Landessozialgericht sah aber trotzdem keinen Grund, in seinem Fall eine Ausnahme zu machen. Von Seiten des LSG Darmstadt heißt es, Spazierengehen sei keine Haupt- oder Nebenpflicht aus dem Beschäftigungsverhältnis des Versicherten. Darüber hinaus würde auch keine arbeitsrechtliche Verpflichtung zu gesundheitsfördernden, der Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit dienenden Handlungen bestehen.

Die Richter kamen außerdem zu dem Schluss, dass er Fondsmanager zum Zeitpunkt des Unfalls keiner besonderen betrieblichen Belastung ausgesetzt gewesen war, die ausnahmsweise einen Versicherungsschutz für den Spaziergang hätte begründen können. Eine Revision gegen sein Urteil hat das LSG nicht zugelassen.

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