Schäden durch Blitze werden immer teurer

Versicherungen von Florian Burghardt

2018 mussten die deutschen Versicherer so viel für Blitzschäden auszahlen wie schon lange nicht mehr. Dafür gibt es zwei Gründe. Um umfassend gegen Blitze abgesichert zu sein, reichen die Standardmodelle von Hausrat- und Wohngebäudeversicherung meist nicht aus.

Schäden durch Blitze waren für die deutschen Versicherer 2018 so teuer wie seit 15 Jahren nicht mehr. Schuld daran ist aber nicht die Anzahl der Einschläge.

Schäden durch Blitze waren für die deutschen Versicherer 2018 so teuer wie seit 15 Jahren nicht mehr. Schuld daran ist aber nicht die Anzahl der Einschläge. Bild: Pixabay

Im Jahr 2018 kosteten Blitzeinschläge die Versicherer 280 Millionen Euro. Diese Summe wurde an die Kunden für versicherte Schäden ausgezahlt und lag 40 Millionen Euro über den Leistungen des Vorjahres (plus 17 Prozent). Das geht aus vorläufigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Zuletzt hatte es so hohe Schadenzahlungen vor 15 Jahren gegeben.

Dafür gibt es zwei hauptsächliche Gründe. Erstens war 2018 das heißeste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Hitze sorgt für mehr und vor allem heftigere Gewitter mit mehr und stärkeren Blitzen. Die reine Anzahl der Blitzeinschläge war aber nicht entscheidend. Denn insgesamt wurden im vergangenen Jahr sogar weniger Schadenfälle durch Blitz und Überspannung reguliert (290.000 gegenüber 300.000 im Jahr 2017).

Überspannungsklausel nicht vergessen

Das stärkt die Bedeutung des zweiten Grundes: Gebäudetechnik und technische Einrichtungsgegenstände werden immer hochwertiger. So lag die durchschnittliche Schadenhöhe bei 960 Euro und damit um 140 Euro höher als noch 2017. Beispielsweise müssen, laut dem GDV, nach einem Blitzeinschlag „immer häufiger teure Heizungs- oder Jalousien-Steuerungen repariert oder ersetzt werden“. Grund dafür ist häufig die vom Blitz ausgelöste Überspannung der elektrischen Leitungen und der Geräte.

Damit die Kosten dafür auch übernommen werden, ist eine Wohngebäudeversicherung beziehungsweise gewerbliche Gebäudeversicherung notwendig. Während aber Schäden an zum Beispiel Dach und Mauerwerk sowie Aufräumarbeiten durch vom Blitz gefällte Bäume stets versichert sind, müssen Überspannungsschäden in den meisten Fällen durch eine zusätzliche kostenpflichtige Klausel miteingeschlossen werden. Dasselbe gilt für die Hausratversicherung. Auch sie benötigt die Ergänzung um einen Baustein, damit zum Beispiel durch Überspannung zerstörte Computer oder Fernseher mitverssichert sind.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare