Riester: Was machen die Pläne für ein Standardprodukt?

Berater von Florian Burghardt

2018 ist der Gesamtbestand an Riester-Verträgen erstmalig gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Bundesregierung will die Riester-Rente verbessern, hält sich damit aber bedeckt. Die FDP hat nun nachgehakt.

Die Anzahl der Riester-Verträge schmilzt dahin. Um das Produkt besser zu machen plant die Bundesregierung eine standardisierte Variante. Die FDP wollte wissen, wie bei diesen Planungen der Stand ist.

Die Anzahl der Riester-Verträge schmilzt dahin. Um das Produkt besser zu machen plant die Bundesregierung eine standardisierte Variante. Die FDP wollte wissen, wie bei diesen Planungen der Stand ist. Bild: Pixabay

Es ist relativ still geworden um die Einführung eines Riester-Standardproduktes. Doch die FDP-Bundestagsfraktion lässt bei dem Thema nicht locker. Schließlich hatten die Regierungsparteien bereits im Februar 2018 folgenden Satz für ihren Koalitionsvertrag formuliert: „Es ist ein Dialogprozess mit der Versicherungswirtschaft anzustoßen mit dem Ziel einer zügigen Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts.“

In einer aktuellen Anfrage wollen die Liberalen unter anderem wissen, welchen Zeitplan die Bundesregierung bei ihrem Projekt Standard-Riester verfolgt, ob sie in der Folge den Vertrieb von Riester-Verträgen ebenfalls standardisieren will und wie weit ihr Dialogprozess mit der Versicherungswirtschaft überhaupt schon gekommen ist. Bereits vor fünf Monaten hatte die FDP sich nach dem Stand erkundigt. Damals erklärte die Bundesregierung, dass man derzeit unter anderem von Anbietergruppen sowie aus dem Bereich der Verbraucherschützer die unterschiedlichsten Vorstellungen erhalte und sich erst nach deren sorgfältiger Prüfung auf das weitere Vorgehen festlegen wolle.

Riester-Gesamtbestand erstmalig gesunken

Tatsächlich könnte die Riester-Rente beides gebrauchen: Sowohl eine zeitnahe als auch eine gut durchdachte Lösung. Denn aktuell scheint der Zenit überschritten. Zwar gibt es bei den Riester-Varianten Versicherungsvertrag und Banksparvertrag schon seit Jahren einen Abwärtstrend mit sinkenden Beständen. Dieser wurde aber stets von der wachsenden Nachfrage bei Investmentfondsverträgen und Wohn-Riester-Verträgen relativiert. Im vergangenen Jahr war das aber nicht mehr möglich. So stand am Jahresende zum ersten Mal in der 18-jährigen Riester-Geschichte ein kleinerer Gesamtbestand als im Jahr zuvor zu Buche (2017: 16,607 Millionen Verträge; 2018: 16,592 Millionen Verträge). Laut aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist der Vertragsbestand im ersten Quartal 2019 um weitere 31.000 zurückgegangen.

Während man in Berlin eher im Stillen nach Entscheidungen sucht, teilen sich die involvierten Seiten gerne mit, teils auch sehr lautstark. So sieht BdV-Sprecher Axel Kleinlein in einem Kopfkissen immer noch eine bessere Variante zur Altersvorsorge als in einem Riester-Vertrag. Und bei der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hofft man, viele Unterstützer für die vorgeschlagene staatliche „Extrarente“ zu bekommen. Auf Seiten der Anbieter setzt man dagegen eher auf verschiedene Reformansätze für die bestehenden Riester-Produkte. Dass man daran heute noch einiges verbessern könnte, hatte Erfinder und Namensgeber Walter Riester bereits vor einem Jahr im Interview mit procontra bestätigt.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare