Riester-Rente: Besser aufrüsten als abwracken

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Die Riester-Rente ist besser als andere Vorsorgeformen. Sie erreicht alle Einkommensgruppen und erzielt ordentliche Renditen, zeigt eine neue Studie. Sie empfiehlt dennoch gezielt dringende Reformschritte. Am Ende soll jeder eine Riester-Rente abschließen können.

Die Riester-Rente ist deutlich besser als ihr Ruf. Eine Auswertung von 23.500 Verträgen 2018 ergab 3,4 Prozent Rendite nach Kosten und Steuern. Bild: DIA/IVFP

Rund 17 Jahre nach ihrer Einführung ist die Riester-Rente hinsichtlich Rentabilität, Marktdurchdringung, gewünschter Kundengruppen sowie Verbreitung ein Erfolg. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Die Riester-Rente: ‚Abwracken‘ oder ‚Aufrüsten‘?“, die im Auftrag der DWS Group und des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) erstellt wurde. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat darin empirische Ergebnisse zur Verbreitung und Rentabilität vorgelegt und Reformvorschläge zur Verbesserung der Riester-Rente untersucht.

Ergebnis: Die Riester-Rente erreicht alle Bevölkerungsgruppen in sehr ausgeglichener Weise. Rund 55 Prozent der Förderberechtigten verdienen bis zu 30.000 Euro brutto pro Jahr. Nur 16 Prozent liegen oberhalb der Einkommensgruppe von 50.000 Euro, 28 Prozent verdienen zwischen 30.000 und 50.000 Euro.

Insbesondere Frauen sind in der Einkommensgruppe bis 20.000 Euro überproportional vertreten (80 Prozent). „Somit kann nicht behauptet werden, dass insbesondere Gutverdiener von der staatlichen Förderung profitieren“, stellt Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP, klar. Somit sei Riester-Rente ist – wie politisch ursprünglich gewollt – „das Instrument der privaten Altersvorsorge für alle Einkommensklassen“, betont Hauer, der auch eine Professur für Finanzmärkte und Financial Planning an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden besitzt.

Abwracken wäre falsches Signal

Die Riester-Rente liefere gute Renditen und sei besser verbreitet als andere Vorsorgeformen, ergab die Studie. Aus der anonymisierten Auswertung von rund 23.500 Verträgen errechnet das IVFP jährlich den Riester-Rendite-Index. Der Index stellt für einen Musterfall die durchschnittliche Nettorendite nach Kosten, Förderung und Besteuerung dar. Dieser ergibt für das Jahr 2018 eine Rendite von 3,4 Prozent nach Kosten und Steuern (siehe Grafik oben).

Für die Renditeberechnung werden reale Zahlungsströme untersucht (Einzahlungen während der Ansparphase und bereits realisierte Auszahlungen in der Rentenphase, fortgeschrieben bis zum statistischen Lebensende). Für den Index wird die Lebenserwartung auf Basis der Sterbetafel DAV 2004R (2. Ordnung) berechnet. Als Steuersatz in der Ansparphase wird der Grenzsteuersatz eines Durchschnittsverdieners unterstellt (2018: 34 Prozent). Für die Rentenphase werden 70 Prozent davon angenommen (2018: 24 Prozent).

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