Renteninformation: Klarheit über Lücken

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Die Bundesregierung will bis zum Herbst die Rahmenbedingungen für eine säulenübergreifende Altersvorsorgeinformation schaffen. Für Finanzberater könnte der Job leichter werden.

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Die säulenübergreifende Renteninformation soll für mehr Durchblick sorgen. Bild: shutterstock.com

Wieviel Rente werde ich einmal bekommen? Die Antwort auf diese Frage könnte zukünftig leichter werden. Das Maklerunternehmen Aon und die Universität Ulm haben in einem Forschungsprojekt für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) den Weg zu einem übersichtlichen Informationssystem zur Altersvorsorge skizziert. Jeder Bürger soll sich auf einer zentralen Online-Plattform darüber informieren können, was er an Rente zu erwarten hat – ganz gleich, ob als gesetzliche Rente, Betriebsrente oder Privatvorsorge.

„Der Weg dorthin ist nicht einfach, aber machbar“, heißt es in einer Pressemitteilung von Aon. Das Unternehmen mit Sitz und Börsennotierung in London empfiehlt, „stufenweise zu beginnen, um schnell starten zu können.“ In einer ersten Stufe sollten Informationen der Vorsorgeeinrichtungen zusammengefasst werden, die schon regelmäßig Standmitteilungen versenden. Das seien neben der gesetzlichen Rentenversicherung und Versicherungsunternehmen vor allem Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung. Andere Leistungen, zum Beispiel aus der Beamtenversorgung, berufsständischen Versorgungswerken und der weiteren betrieblichen und privaten Vorsorge, könnten dann nach und nach ergänzt werden.

Bürger müssen Daten aktiv abrufen

Die Altersvorsorgelandschaft in Deutschland ist sehr heterogen. „Hier die richtigen Daten auf einer Plattform zusammenzufassen, ist deshalb eine sehr herausfordernde Aufgabe”, erklären Gundula Dietrich und André Geilenkothen, beide Partner bei Aon. Werden die gesetzlichen Voraussetzungen zügig geschaffen, könne „in den nächsten zwei bis drei Jahren ein Pilotprojekt starten.“ Ziel sei es, alle Informationen der Vorsorgeeinrichtungen zu sammeln, zu filtern und aggregiert auf einer Plattform darzustellen. Dazu sei es aber nicht notwendig, alle Daten an einer Stelle zu speichern. Vielmehr sollen die jeweiligen Informationen erst durch die Nutzer abgerufen werden. Das sei im Sinne des Datenschutzes zweckmäßig.

Ein stufenweises Vorgehen empfiehlt die Studie auch für die Art der Informationen. „Schon ein reiner Überblick über vorhandene Altersvorsorgeprodukte an einer zentralen Stelle würde die gegenwärtige Situation deutlich verbessern”, wird Professor Hans-Joachim Zwiesler von der Universität Ulm in der Aon-Pressemitteilung zitiert. Des Weiteren sollten die Anbieter gesetzlich verpflichtet werden, die Daten auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. Eine Übergangsfrist für bereits bestehende Verträge sollte vorgesehen werden.

Grundlage für fundierte Beratung

Schließlich steht auch der einfache Export der Daten auf der Liste der Empfehlungen. Unter anderem können diese dann als Grundlage für eine fundierte Altersvorsorgeberatung dienen. An dieser Stelle kämen dann die Finanzberater für Privatpersonen ins Spiel. Ein heute wichtiger Bestandteil der Bedarfsanalyse bei Neukunden würde deutlich einfacher. Gewiss wären viele Bürger auch neugierig und würden mal einen Blick in ihre Daten werfen – und vermutlich in vielen Fällen eine Rentenlücke entdecken. Dazu Gundula Dietrich von Aon: „Der Bedarf an einer säulenübergreifenden Altersvorsorgeinformation ist groß. Jeder sollte auf eine aggregierte, leicht verständliche Modellrechnung über seine Altersvorsorge zugreifen können. Das wird nicht auf Anhieb gehen, doch jeder Schritt auf dem Weg dorthin ist für sich schon wertvoll. Unsere Empfehlung ist eindeutig: Nicht warten, sondern starten.”

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