Pro/Contra Indexpolicen: „Gute Lösung“ oder „Finger weg“?

Berater LV-Check Versicherungen Top News von Prof. Michael Hauer und Prof. Dr. Hartmut Walz

Professor Michael Hauer (TH Amberg-Weiden und IVFP-Geschäftsführer) nennt Indexpolicen ein „empfehlenswertes Produkt“, Professor Dr. Hartmut Walz (Hochschule Ludwigshafen) dagegen sagt „Finger weg von Indexpolicen!“

Professor Michael Hauer vom IVFP argumentiert für uns pro, Professor Dr. Hartmut Walz contra Indexpolicen in der Lebensversicherung.

Professor Michael Hauer vom IVFP (links) argumentiert für uns pro, Professor Dr. Hartmut Walz contra Indexpolicen in der Lebensversicherung. Bild: IVFP/Walz privat/Fotomontage procontra

Entgegen vielfacher Meinung handelt es sich bei Indexpolicen nicht um Produkte, die direkt in den Aktienindex investiert sind. Im Gegenteil: Ähnlich einer klassischen Rentenversicherung liegt das Vertragsguthaben vollständig im Sicherungsvermögen des Anbieters.

Einzig die Überschüsse werden dazu verwendet, mit Hilfe von Optionen das gesamte Vertragsguthaben an der Wertentwicklung eines Index zu beteiligen. Die Rendite aus der Indexbeteiligung wird dann am Jahresende dem Vertrag gutgeschrieben und erhöht damit das Vertragsguthaben. Der Kunde hat dabei jährlich die Möglichkeit, auf die Indexbeteiligung zu verzichten und die Überschussverzinsung zu wählen. Hat der Index eine negative Wertentwicklung beziehungsweise aufgrund gewisser Beschränkungen (Cap, Quote) kann es passieren, dass aus der Option nichts rauskommt. In diesem Fall spricht man von einer Nullrunde.

Ein Prozentpunkt über klassischen Policen

Ansonsten sind die Indexpolicen ein durchaus empfehlenswertes Produkt, das für einen sicherheitsorientierten Anleger, der eine Chance auf etwas mehr Rendite haben will, eine gute Lösung ist. Nach unseren Berechnungen lässt sich bei einer Indexpolice eine um etwa einen Prozentpunkt höhere Rendite erzielen als bei einer klassischen Police. Insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase ist das nicht unbeachtlich. Dies ist durch komplexe Optionsgeschäfte möglich. Aber ähnlich einem Autofahrer, der das Ergebnis bei Betätigung des Gaspedals kennen muss, ohne den Aufbau des Motorsteuerungs-Chips zu verstehen, muss unseres Erachtens der Kunde nur die Wirkung des Optionsmodells auf seine Anlage kennen und nicht das komplexe Konstrukt, das dahintersteckt.

Die Einordnung kann man wie folgt umschreiben: Mit klassischen Policen gelangt der Kunde eher langsam und ohne großes Stottern ans Ziel. Fondsgebundene Policen hingegen sind dabei besser mit einem Sportwagen zu vergleichen. Dazwischen lassen sich Indexpolicen ansiedeln. Wichtig ist, dass der Vermittler dem Kunden die unterschiedlichen Varianten sowie deren Eigenschaften und Wirkungsweise aufzeigt, damit dieser sich richtig entscheiden kann.

Seite 1: Pro – Chance auf mehr Rendite
Seite 2: Contra – Der Teufel steckt im Detail

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