Privatvermögen: Reiche und Ärmere leiden gemeinsam

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Sanierungskonzepte bei Caritas-PK und Kölner PK fertig

Einen Schritt weiter ist schon die Caritas PK, der die BaFin bereits am 11. Mai 2018 das Neugeschäft untersagt hatte. Im Gleichschritt mit der Kölner PK wurden in den letzten Monaten Mitgliedervertreter-Versammlungen informiert, dass wegen der wirtschaftlichen Lage eine Herabsetzung der Leistungen im Raum stehe. Beide Einrichtungen sind unabhängig und überbetrieblich; sie müssen nun saniert werden.

Gegenüber procontra hatten beide Kassen bestätigt, dass es sich um Herabsetzungen im Past Service handeln wird. Das bedeutet: Die Kassen senken ihre Verrentungsfaktoren nicht nur für künftige Beitragszahlungen (Future Service), sondern auch für die Vergangenheit (Past Service). Dies bedeutet Rentenkürzungen nicht nur für die Zukunft, sondern auch für bereits „erdiente“ Ansprüche. 

„Die Eingriffe in das Beitrags-Leistungsgefüge erfolgen auf Grundlage der Satzungen beider Kassen“, erklärte Olaf Keese, seit Jahresende neuer Vorstandschef der Kölner PK und zugleich der Caritas-PK, schon vor einem halben Jahr. Mitte Mai 2019 wurden nun die Sanierungspläne vorgelegt. Demnach bringt die Caritas-PK durch Leistungskürzungen, Verrechnungen des Eigenkapitals Verrechnungen der Verlustrücklage 146,4 Millionen Euro auf. Bei der Kölner PK beläuft sich dieser Betrag auf 62,5 Millionen Euro.

Harte Einschnitte für Arbeitnehmer und kein Neugeschäft

Für Rentner hat diese Kürzung ab dem 1. Januar 2020 unmittelbare Auswirkungen auf ihre Rente, bei Anwärtern wird die Rentenanwartschaft rückwirkend zum 1. Januar 2018 reduziert. Insgesamt kommt es bei der Kölner PK zu Leistungskürzungen im Umfang von 48,3 Millionen Euro. Das entspricht 12,2 Prozent der gesamten Deckungsrückstellung. Bei der Caritas-PK sind es gar 122,8 Millionen Euro Leistungskürzungen (19,9 Prozent der Deckungsrückstellung).

Neue Versicherte nehmen beide Kassen weiter nicht auf. Eine Öffnung spielt in den Planungen für die kommenden Jahre keine Rolle. „Wir konzentrieren uns darauf, die Kassen wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen und die fortlaufenden Leistungen für unsere Versicherten sicherzustellen“, sagte Keese.

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