Privatvermögen: Reiche und Ärmere leiden gemeinsam

Berater Recht & Haftung Versicherungen Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

Millionäre haben 2018 kaum Vermögenszuwachs geschafft, konstatiert eine neue Studie. Arbeitnehmer leiden angesichts der Niedrigzinsen im Verhältnis viel stärker, zumal einige Pensionskassen merklich schwächeln.

Will die beiden Schwester-Pensionskassen Kölner und Caritas in ruhiges Fahrwasser bringen: Olaf Keese, seit Ende 2018 Vorstandschef beider Kassen. Bild: Hans Scherhaufer

Immer im Sommer legt die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) ihren „Global Wealth Report“ vor. In den vergangenen Jahren stiegen die privaten Finanzvermögen immer kräftig, doch 2018 mussten die Millionäre und Milliardäre dieser Welt sich mit nur 1,6 Prozent Zuwachs begnügen (ohne Immobilien und bereinigt um Wechselkurseffekte). Zwischen 2013 und 2017 lag der durchschnittliche Zuwachs jährlich 6,2 noch bei Prozent.

Ausschlaggebend sei der Absturz der Aktienkurse vor allem im vierten Quartal 2018 gewesen. Die Deutschen als Aktienmuffel mussten dadurch mangels Masse diesmal vergleichsweise weniger leiden. Die privaten Finanzvermögen der Millionäre in Deutschland wuchsen überdurchschnittlich um 1,9 Prozent auf 7,5 Billionen Dollar. Das dürfte sich 2019 wieder ändern, da der DAX ist seit Jahresbeginn um fast 20 Prozent gestiegen ist.

Deutsche Millionäre glimpflich davongekommen

Die Zahl der Millionäre ist rund um den Globus im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent auf 22,1 Millionen gestiegen. Allein hierzulande gibt es BCG zufolge 400.000 Menschen mit mehr als einer Million Euro Finanzvermögen. In Europa bringt es nur die Schweiz auf mehr Millionäre (500.000).

Das Mitleid der Durchschnittsverdiener mit den Millionären dürfte sich in Grenzen halten. Aufgrund der politisch verordneten Niedrigzinsphase der EZB müssen Altersvorsorge-Sparer auf einen Gutteil der bei Vertragsabschluss prognostizierten Zinsüberschüsse von Lebensversicherungen verzichten und bekommen bei Banken praktisch keine Zinsen mehr für sichere Geldanlagen. Überschüsse fehlen auch Arbeitnehmern, die Ansprüche auf eine Betriebsrente aufbauen.

Jüngste Beispiele betreffen seit Ende letzten Jahres die überbetriebliche Kölner Pensionskasse (2002 gegründet) und ihre Schwester, die Pensionskasse der Caritas (gegründet 1952). Die Schieflagen kommen nicht überraschend, denn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte bereits im Mai 2018 gewarnt, dass das Zinstief zunehmend die bAV bedrohe (procontra berichtete).

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