PKV: Vollversicherung schrumpft weiter

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Anzahl der privat Krankenvollversicherten ist auch 2018 zurückgegangen, dennoch stiegen die Beitragseinnahmen. Das zeigen Analysen von Franke und Bornberg und dem PKV-Verband. Welche Anbieter im 10-Jahres-Vergleich am stärksten wachsen konnten.

Die Rating-Agentur Franke und Bornberg (im Bild: Geschäftsführer Michael Franke) hat die Geschäftszahlen der privaten Krankenversicherer untersucht. Vor allem im 10-Jahres-Vergleich tun sich dabei einige interessante Tendenzen hervor.

Die Rating-Agentur Franke und Bornberg (im Bild: Geschäftsführer Michael Franke) hat die Geschäftszahlen der privaten Krankenversicherer untersucht. Vor allem im 10-Jahres-Vergleich tun sich dabei einige interessante Tendenzen hervor. Bild: Stefan Neuenhausen

Von den 41 privaten Krankenversicherern, die Mitglied im PKV-Verband sind, bieten 36 eine Krankenvollversicherung an. Der Großteil von ihnen (21) musste im Geschäftsjahr 2017 einen Verlust bei der Anzahl seiner Vollversicherten hinnehmen. Laut einer aktuellen Analyse des map-reports aus dem Hause Franke und Bornberg hat sich dieser Trend auch im Geschäftsjahr 2018 fortgesetzt.

„Auch 2018 ist es den privaten Krankenversicherern nicht gelungen, den Bestandsabrieb zu stoppen“, heißt es dazu in einer heutigen Mitteilung. Nachdem 2017 unter dem Strich ein Abgang von 19.300 Vollversicherten stand, hat sich der Gesamtbestand aller PKV-Anbieter auch in 2018 verringert (-17.100) Das belegen auch vorläufige Zahlen des PKV-Verbands.

Damit sinkt die Anzahl der privat Krankenvollversicherten seit 2011 konstant Jahr für Jahr. Seit der damaligen Höchstmarke von 8,98 Millionen Vollversicherten ist der Bestand bis heute um knapp 3 Prozent geschrumpft.

Weniger Versicherte, aber höhere Einnahmen

Das heißt aber nicht, dass die Anbieter mit der Vollversicherung seitdem weniger Geld verdienen. Ihre Beitragseinnahmen sind seitdem fast konstant gestiegen und haben sich von 25,15 Milliarden Euro auf 27,66 Milliarden Euro in 2018 erhöht (+10 Prozent). Auch unter Einbeziehung von Pflege- und Zusatzversicherungen konnten die privaten Krankenversicherer ihre Beitragseinnahmen konstant steigern. Nach vorläufigen Zahlen des PKV-Verbands stiegen sie im genannten Zeitraum (2011 bis 2018) von 34,67 Milliarden Euro auf 39,77 Milliarden Euro (+14,7 Prozent).

Manche Anbieter konnten vom allgemeinen Beitragsplus der Branche aber stärker profitieren als andere. In seinem 10-Jahres-Vergleich (2009 bis 2018) hat der map-report das Beitragswachstum der PKV-Schwergewichte mit mehr als einer Milliarde Euro jährlichen Beitragseinnahmen ausgewertet.

Axa mit größtem Beitragsplus

Auf das größte Wachstum kam demnach die Axa (+42,6 Prozent) mit Einnahmen von 3,13 Milliarden in 2018. Stark wachsen konnte bei den Prämieneinnahmen auch Marktführer Debeka (+38,55 Prozent) auf aktuell 6,04 Milliarden Euro. Am drittstärksten konnte in den letzten 10 Geschäftsjahren die Signal Iduna zulegen. Sie wuchs insgesamt um 10,8 Prozent, was aber auch durch die Fusion mit dem Deutschen Ring begünstigt wurde.

Der aktuelle map-report von Franke und Bornberg bietet noch zahlreiche weitere Auswertungen zu den Geschäftszahlen der privaten Krankenversicherer. Er kann über diesen Link kostenpflichtig bestellt werden.

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