Kfz-Versicherung: Drehen Allianz und Huk an der Preisschraube?

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Huk-Coburg und Allianz beherrschen den Kfz-Markt. Das könnte ein Problem werden, wenn beide Versicherer stärker als erwartet an der Preisschraube drehen. Auch bei der Verbreitung von Telematik-Tarifen kommt den beiden Schwergewichten eine besondere Rolle zu.

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Drehen die Allianz und Huk-Coburg an der Preisschraube? Das könnte Signalwirkung für den gesamten Markt haben. Bild: shutterstock.com

Im Kfz-Bereich liegt die Schaden-Kosten-Quote knapp unter der 100-Prozent-Marke, zeigt eine Auswertung der Ratingagentur Assekurata. Damit trägt die Kraftfahrzeugsparte auch zum Wachstum der Versicherer im Schaden-, Haftpflicht-, Unfallbereich bei (SHUK).

Allerdings warnt Assekurata auch vor der marktbeherrschenden Stellung von Allianz und Huk-Coburg. Beide Versicherer liefern sich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitze im Kfz-Markt. Und das, obwohl beide Anbieter nicht im Kfz-Vergleich von Check24 mit ihren Tarifdaten angezeigt werden.
Für Huk-Coburg ist das Kfz-Geschäft auch aufgrund der Schadensteuerung interessant; in diesem Bereich erzielte der Versicherer allein 2017 etwa 600 Millionen Euro Bruttoumsatz. Klar, dass dieser Bereich ausgebaut werden soll: Ob Inspektion, Hauptabgasuntersuchung, Reifenwechsel oder auch Autokauf: In all diesen Bereichen will Huk die Kontaktpunkte zum Kunden ausbauen.

Drehen Allianz und Huk an der Preisschraube?

Doch das branchenweite gute Abschneiden der Kfz-Sparte könnte sich bald schon anders darstellen. „Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Prämien zum Jahreswechsel entwickeln. Drehen die beiden Branchengrößen stärker als erwartet an der Preisschraube, werden auch andere Marktteilnehmer ein Stück weit folgen müssen. Das würde die Margen der Versicherer stärker unter Druck setzen“, prophezeit Dennis Wittkamp, Fachkoordinator Schaden-/Unfallversicherung bei Assekurata.

Telematik im Fokus

Welche herausragende Stellung den beiden Versicherern im Kfz-Bereich zukommt, zeigt sich auch im Zusammenhang mit Telematik-Tarifen. Dort habe sich – so die Beobachtung von Assekurata – das Absatzpotenzial allein dadurch erhöht, weil Allianz und Huk ihre Angebote für alle Fahrer geöffnet haben.
„Zwar werden Telematiktarife in Relation zur Gesamtzahl der versicherten Risiken vorerst ein Nischenangebot bleiben, die hohe Beliebtheit gerade bei jungen Kunden oder vermeintlich vorsichtigen Fahrern dürfte das Thema jedoch sukzessive in die Bestände wachsen lassen“, ist sich Wittkamp sicher. „Zudem wird die Aussicht auf mögliche Rabatte auch für Nachfrage bei den generell preissensiblen Kfz-Kunden in allen Altersklassen sorgen. Bis 2028 rechnen wir daher mit einem deutlichen Anwachsen der Telematik-Verträge von derzeit rund 200.000 auf über zwei Millionen.“

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