Immer weniger Versicherungsvermittler

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Die Zahl der registrierten Versicherungsvermittler ist im letzten Quartal weiter gesunken. Betroffen waren vor allem die gebundenen Versicherungsvertreter. Die Maklerzahlen sind sehr stabil. Wie die Entwicklung der letzten Jahre aussieht und was die Ursachen sind.

Regulierung und Demografie halten Versicherungsvermittler auf Trab. Der Job rechnet sich kaum noch. Folge sind sinkende Zulassungsahlen. Bild: Pixabay

Derzeit sind 199.421 Versicherungsvermittler nach Paragraf 34d GewO in Deutschland zugelassen, zeigen neueste Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zum Stichtag 1. Juli. Das sind über 500 weniger als zum Stichtag 1. April und gar 2.222 weniger als zu Jahresbeginn.

Nach den aktuellen Daten sind rund 60 Prozent der Versicherungsvermittler gebundene erlaubnisfreie Vertreter nach Paragraf 34d Absatz 4 GewO. Bei denen ging es im zweiten Quartal 2019 besonders drastisch nach unten: Fast 600 sind weniger verzeichnet als noch zum Stichtag 1. April. Seit Jahresbeginn sank die Quote gar um 1,6 Prozent.

Zweitstärkster Vertriebsweg bleiben Versicherungsmakler (Paragraf 34d Absatz 1 GewO) mit 23,3 Prozent der Zulassungen. Die Gesamtzahl beträgt 46.412 – das sind 24 mehr als Anfang April, doch 133 weniger als noch zu Jahresbeginn. Anfang 2015 gab es 46.674 zugelassene Versicherungsmakler und damit den ewigen Höchststand für diese Berufsgruppe.

Dagegen schrumpfte auch die Gruppe der gebundenen Vertreter mit eigener Zulassung nach Paragraf 34d Absatz 1 GewO im zweiten Quartal leicht um 0,2 Prozent, seit Jahresbeginn aber auch um 1,2 Prozent. Zu diesem Vermittlertyp, der 14,3 Prozent aller Versicherungsvermittler ausmacht, gehören auch Mehrfachvermittler, deren genaue Zahl sich aus dem Register nicht ablesen lässt.

Prozessakzessorische Vermittler verfälschen das Bild

Einzige Gruppe mit einem deutlichen Zuwachs der Registrierungen sind produktakzessorische Vermittler (nach Paragraf 34d Absatz 6 GewO), die allerdings nur 2,4 Prozent aller Zulassungen ausmachen. Im zweiten Quartal wurde ein Zuwachs um knapp zwei Prozent auf fast 4.700 Registrierungen erreicht.

Produktakzessorische Vermittler haben häufig keinen guten Ruf, weil sie Versicherungen lediglich als Nebenprodukt zu ihrer Haupttätigkeit vermitteln und sich deshalb von den Zulassungspflichten wie Sachkundenachweis, Weiterbildungspflicht und Vermögensschadenhaftpflichtversicherung befreien lassen können.

Beispiele: Vermittlung einer Kfz-Versicherung im Zusammenhang mit dem Autokauf, einer Gebäudeversicherung im Zusammenhang mit einem Immobilienverkauf. Auffällig ist die mindere Beratungsqualität gerade bei teuren Kfz-Finanzierungen, bei denen die Kosten für Restkreditversicherung und Autoschutzbrief gleich mitfinanziert werden. Dies trägt nicht zu einem besseren Image der Versicherungsbranche bei.

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Versicherungsberater ohne Marktbedeutung

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