Immer mehr wollen in Altersrente

Berater von Florian Burghardt

Sowohl die Anträge auf als auch die Eintritte in die Altersrente steigen. Um die demografische Entwicklung auszugleichen, wird an staatlichen Zusatzmodellen getüftelt – bislang allerdings mit wenig Erfolg. Eine Chance für Vermittler?

Die Anträge auf Altersrente steigen. Kann der Staat in Zukunft eine Lebensstandard-sichernde Altersversorgung bieten oder ist private Vorsorge unerlässlich?

Die Anträge auf Altersrente steigen. Kann der Staat in Zukunft eine Lebensstandard-sichernde Altersversorgung bieten oder ist private Vorsorge unerlässlich? Bild: Shutterstock.com / Alexandros Michailidis

Im Jahr 2018 haben 1,64 Millionen Menschen in Deutschland einen Antrag auf Rentenzahlung bei der Deutschen Rentenversicherung eingereicht (Erwerbsminderungsrenten, Altersrenten und Hinterbliebenenrenten zusammengefasst). Das waren etwa so viele wie im Durchschnitt der letzten neun Jahre (1,62 Millionen). Ein Anstieg ist allerdings bei den Anträgen auf Altersrente zu beobachten. Im Schnitt der letzten neun Jahre lag ihre Anzahl bei 809.000. In diesem Zeitraum ist sie fast konstant gestiegen: Von 717.000 im Jahr 2010 auf 837.000 im vergangenen Jahr.

Diese Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage durch die FDP-Bundestagsfraktion. Genannt wird darin auch die Entwicklung der tatsächlichen Neurentner. Ihre Anzahl ist regelmäßig niedriger als die der Anträge. Hauptsächlich, weil Antrag und Zugang zeitlich auseinanderfallen, aber auch, weil manche Anträge abgelehnt werden.

Die Anzahl der neuen Rentner lag im Jahr 2018 bei 1,35 Millionen und damit über dem Durchschnitt der letzten neun Jahre (1,30 Millionen). Auch hier macht sich die demografische Entwicklung bemerkbar. Denn während im Schnitt 745.000 Menschen in Altersrente gingen, waren es im vergangenen Jahr 784.000 und damit zum fünften Mal in Folge über 700.000.

Private Vorsorge unerlässlich

Die Zahl der Rentenanträge dürfte in den nächsten Jahren weiter steigen. Bei der Deutschen Rentenversicherung tüftelt man derweil an einem neuen staatlichen Produkt zur kapitalgedeckten Altersvorsorge, um den Menschen in ihrem Ruhestand eine Lebensstandard-sichernde Altersversorgung bieten zu können. Allerdings ist man mit den bisherigen Vorschlägen noch nicht zufrieden. Auch das von der GroKo angekündigte Riester-Standardprodukt macht keine sichtbaren Fortschritte.

Diese Entwicklungen verdeutlichen einmal mehr die Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge. Trotz der langwierigen Niedrigzinsphase bieten hier einige Lebensversicherer auch weiterhin attraktive Verzinsungen. Rating-Agenturen wie das IVFP erstellen zudem regelmäßig Analysen der besten Produkte. Vor der Vermittlung an den Kunden müssen diese aber natürlich auch einer kritischen Hinterfragung standhalten.  

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