Geduldig zur Vergoldung

Sachwerte Investmentfonds von Nina Bärschneider

Wer in seinem Fonds nicht auf Gold als Rohstoff setzt, kann in Wertpapiere von Goldunternehmen investieren. Schwankungen sind hier aber noch wahrscheinlicher. „Minenaktien sind in der Regel volatiler als Direktinvestments in Gold“, sagt Experte Ott. Denn die Entwicklung von Minenaktien hängt von den Produktionskosten der Betreiber ab. Erhöht sich der Goldpreis, steigt der Aktienwert erst überproportional schnell. Doch sobald die Betreiber wieder mehr Gold produzieren, steigen auch die Kosten, was die anfängliche Hebelwirkung schwächt.

Die Folge: Die Aktien verlieren an Wert. Fondsmanager, die zu Beginn eines solchen Zyklus verstärkt in Goldaktien investiert und dann den Anteil an Direktinvestments erhöht haben, konnten so bisher Rendite erzielen. „Derzeit befinden wir uns in einer relativ frühen Phase des Zyklus“, sagt Ott. „Die Goldminen profitieren vom steigenden Goldpreis, doch es machen sich bereits langsam steigende Produktionskosten bemerkbar.“

Fokus liegt auf den Juniors

Für Anlageberater Tobias Tretter von der Zürcher Commodity Capital AG ist das keine schlechte Nachricht. Sein 15-Millionen-Euro-schwerer Global Mining Fund investiert zu 65 Prozent in Aktien von Goldminenbetreibern mit Fokus auf Juniors – kleinen Produzenten also, die sich in der frühen Goldabbauphase befinden. Aktuelle Fusionsgespräche der großen Minenbetreiber stimmen Tretter optimistisch.

„Wenn schon die Majors aufgrund von Kosteneinsparungen fusionieren, kann das Ende der Korrektur im Minensektor nicht mehr so weit entfernt sein.“ Im schwierigen Börsenjahr 2018 ging es für den risikoreichen Fonds bergab. Seit Anfang 2019 hat sich die Performance leicht verbessert. Tretter sieht derzeit Potenzial für neue Junior-Investitionen: Bei Fusionen der großen Minenbetreiber würden viele Explorationsprojekte an kleinere Produzenten verkauft.  

Seite 1: Makler sollten zu maximal 5 Prozent Goldanteil raten
Seite 2: Minenaktien bieten Rendite – sind aber volatil

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare