Geduldig zur Vergoldung

Sachwerte Investmentfonds von Nina Bärschneider

Wer in Goldfonds investiert hat, musste seit der Finanzkrise Verluste hinnehmen. Was der Grund für den Verlauf war – und welche Fondsstrategie sich in diesen Zeiten bewährt.

Goldanleger sollten Geduld mitbringen. Doch mit der richtigen Fondsstrategie kann man mehr tun als nur auf den nächsten Kursanstieg zu warten.

Goldanleger sollten Geduld mitbringen. Doch mit der richtigen Fondsstrategie kann man mehr tun als nur auf den nächsten Kursanstieg zu warten. Bild: Pixabay

Für viele Anleger gilt Gold als sicherer Hafen, der das Portfolio in Krisenzeiten stabilisiert. Doch spätestens seit der Finanzkrise ist klar: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Bewegte sich der Goldpreis damals noch um die 1.800 US-Dollar pro Feinunze, liegt er aktuell bei rund 1.270 US-Dollar – mit einem zwischenzeitlichen Tiefstand von weniger als 1.200 US-Dollar im vergangenen September. Eine durchaus verlustreiche Angelegenheit also für Goldanleger, die zum falschen Zeitpunkt eingestiegen sind. Und das unabhängig davon, ob sie Barren im heimischen Depot gebunkert oder ihr Vermögen in Fonds angelegt haben.

Gerade die in der Regel kostengünstigeren und flexibleren Goldfonds werden wieder beliebter. So betrugen die Goldbestände in Gold-ETFs bei ihrem jüngsten Höhepunkt im Dezember 2018 mehr als 76 Tonnen. Das entspricht einem Anlagevermögen von rund 3 Milliarden US-Dollar. Einer der Fonds, der seinen Wert am Goldpreis ausrichtet, ist der Hansagold-Fonds der Hansainvest mit einem Volumen von rund 152 Millionen Euro. Er investiert zu knapp 60 Prozent in Gold. Bis zu 30 Prozent davon stecken direkt in physischem Gold, der Rest in ETCs. Ähnlich wie der Goldpreis ging es für den Fonds im Jahr 2018 bergab, er verlor mehr als 7,5 Prozent an Wert. Seit vergangenem Herbst stieg er wieder leicht an, parallel zur Erholung des Goldpreises.

Goldfonds hängen an US-Realzins

Steigt der Preis weiter, ist das für Besitzer von Goldfonds Grund zum Jubeln. Dennoch mussten Anleger, die in den starken Goldjahren 2011 bis Anfang 2013 auf den Goldpreis gesetzt haben, lange auf den Jubel warten. Was steckt hinter den Aufs und Abs?

„Der Goldpreis steigt in Krisenzeiten oft stark an, was zuletzt nach der Finanzmarktkrise und der europäischen Staatsschuldenkrise 2011 und 2012 der Fall war“, sagt Rohstoff-Expertin Dora Borbely von der Deka-Bank. Üblicherweise sinke der Goldpreis wieder, wenn eine Krise abflaut, was er 2013 auch getan habe. In Zeiten guter Konjunktur beeinflusse vor allem das US-Zinsniveau den Goldpreis. „So spielte seit 2015 die von den USA ausgehende Straffung der Geldpolitik eine große Rolle“, sagt Borbely. Zwar hat die US-Notenbank den Leitzins in nur moderatem Tempo angehoben. „Dennoch wird so die Goldhaltung in Relation zu festverzinslichen Anlagen unattraktiver.“

Fondsmanager mit einer einfachen Buy-and-Hold-Strategie hätten in den vergangenen Jahren kaum etwas gewonnen, sagt Rohstoff-Experte Michael Ott von der Commerzbank. „Es ist aber andererseits auch schwer, kurzfristige Hoch- und Tiefpunkte des Goldpreises vorherzusehen.“ Insgesamt hält er die Schwankungen des Goldpreises allerdings für überschaubar. „Der Goldpreis ist nicht besonders volatil – vor allem nicht im Vergleich zu anderen Rohstoffen oder Aktien.“ Seit 2014 bewege sich der Preis eher seitwärts. Die meisten Fondsmanager seien prozyklisch orientiert. „Wenn der Goldpreis steigt, erhöht sich in der Regel auch der Goldanteil im Fonds“, sagt Ott. Makler sollten Anlegern aber nicht zu mehr als zwei bis fünf Prozent Goldanteil raten. Auch Deka-Expertin Borbely empfiehlt einen einstelligen Prozentsatz. „Anleger müssen bedenken, dass es bei der klassischen Rohstoffinvestition in Gold keine laufenden Erträge gibt“, sagt sie.

Seite 1: Makler sollten zu maximal 5 Prozent Goldanteil raten
Seite 2: Minenaktien bieten Rendite – sind aber volatil

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare