ETF: Welche Anlagestrategie erfolgreich ist

Investmentfonds von Michael Fiedler

Im Niedrigzinsumfeld setzen viele Anleger auf Exchange-Traded-Funds (ETF). Doch nicht jede Strategie ist erfolgreich. Während Anleihen-ETFs den größten Teil der Zuflüsse ausmachten, mussten andere deutliche Rückflüsse hinnehmen. Um welche Segmente es sich handelt und welche ETFs die größten Gewinner im Juni waren.

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Ist das Erzielen von Rendite nur noch mit ETFs möglich? Und wenn ja, welche ETFs? Bild: shutterstock.com

Halbjahreszeugnisse gab es nicht nur an den Schulen in Deutschland. Auch die ETF-Branche zog nach den ersten sechs Monaten des Jahres Zwischenbilanz.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch der anhaltende Niedrigzins. So intensivieren Anleger am europäischen ETF-Markt ihre Suche nach Rendite. Während die Renditen deutscher, französischer und japanischer Staatsanleihen im Juni in den negativen Bereich rutschten, stiegen die Kapitalzuflüsse in Unternehmensanleihen mit High Yield und Investment Grade sowie ertragsorientierte Aktienstrategien (Income) auf ein Jahreshoch von 4,6 Milliarden Euro – dem höchsten Wert seit 2015. Das entspricht 74 Prozent der monatlichen Gesamtzuflüsse im Juni, seit Jahresbeginn machen diese Strategien knapp 47 Prozent der Gesamt-Marktströme aus, geht aus dem aktuellen Lyxor-ETF-Barometer hervor.

Deutliche Zuflüsse erwartet

„Wir beobachten eine historische Korrelation zwischen den Renditebewegungen der 10-jährigen US-Treasuries und den Kapitalflüssen von ETFs für globale Unternehmensanleihen und Income-Strategien. Wenn die Zinsen fallen, steigen die Zuflüsse und umgekehrt“, sagt Marlene Hassine Konqui, Head of ETF Research bei Lyxor. Diese Entwicklung hätte sich im Juni beschleunigt, nachdem die drei wichtigsten Staatsanleihen gleichzeitig in die Negativverzinsung gerutscht seien. Zuvor hatte Mario Draghi Andeutungen für stärkere Quantitative-Easing-Maßnahmen in Europa gemacht und die Zentralbanken in Japan und den USA ihre zurückhaltende Politik bestätigt. „Angesichts einer allgemein zurückhaltenden Geldpolitik erwarten wir, dass diese Kategorien in den kommenden Monaten weiter in der Gunst der Anleger bleiben dürften – und rechnen entsprechend mit deutlichen Zuflüssen“, kommentiert Hassine Konqui.

Aktien-ETFs: 4,3 Milliarden Euro Rückfluss

Insgesamt erholten sich die Netto-Zuflüsse am europäischen ETF-Markt im Juni auf 2,6 Milliarden Euro, verglichen mit 2,1 Milliarden Euro im Vormonat. Anleihen-ETFs machten mit 5,6 Milliarden Euro den größten Teil der Zuflüsse aus, während Aktien-ETFs mit Rückflüssen in Höhe von 4,3 Milliarden Euro unter dem bisher schlechtesten Monat litten. Unterdessen flossen aus der Kategorie Rohstoff- und Smart Beta-ETFs jeweils 78 Millionen Euro ab. ESG-ETFs waren auch im Juni wieder einer der größten Gewinner: Mit 1,4 Milliarden Euro an Zuflüssen hatten sie ihren bisher stärksten Monat überhaupt, getrieben von breit aufgestellten Strategien.

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