BU-Serie (II): Kindervorsorge mit BU-Option

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Vorsicht bei Schulunfähigkeitsversicherungen

Vorsicht ist bei Schulunfähigkeitsversicherungen geboten. Da könnten es weitere Nachteile geben. Bei einigen Tarifen kann ein Anschlussvertrag in eine BU-Versicherung entfallen, etwa bei Invalidität. Ist die Invalidität nicht näher definiert, reicht womöglich schon der Verlust des kleinen Fingers, um die BU-Versicherung zu verweigern.

„Invalidität ist nicht mit einem Grad der Behinderung (GdB) gleichzusetzen“, sagt der BU-Gutachter. Somit seien auch Ausschluss-Klauseln sehr nachteilig, die eine Ausübung der BU-Option nicht erlauben, wenn „GdB“ festgestellt wurde. Bei der einen Gesellschaft reicht schon „ein GdB“, bei der anderen muss eine „Schwerbehinderung vorliegen“, also mindestens GdB 50. Das sind erhebliche Unterschiede.

Einige Versicherer schließen eine Umstellung der Kindervorsorge in eine BU-Versicherung aus, wenn der Versicherte berufsunfähig oder pflegebedürftig „war oder ist“, andere Tarife nur, wenn der Versicherte es „ist“. Beispiel: Das Kind hatte einen Schlaganfall, nach dreijähriger Pflegebedürftigkeit konnte aber eine Ausbildung als Zugbegleiter begonnen und abgeschlossen werden. Trotz voller Arbeitsfähigkeit wäre der BU-Abschluss bei einigen Tarifen entfallen.

Der Allianz reicht es in diesem Zusammenhang bereits für eine Ablehnung aus, wenn nur ein Antrag auf Pflegeleistungen jemals gestellt wurde, aber Pflegebedürftigkeit nicht zwingend vorliegen muss. „Das ist besonders dann nachteilig, wenn man nur zur Sicherheit einen Antrag gestellt hatte, um mögliche gesetzliche Ansprüche zu sichern, aber kein Pflegegrad bestätigt wurde“, erklärt der Makler.

Tabaluga der Universa am besten geeignet

Zum Thema BU-Absicherung für Schüler hat Heidekamp bereits seit 2011 Vergleiche und Ratings veröffentlicht und dürfte damit der erste in Deutschland gewesen sein. Über Fairtest hat er aktuell Kinderversicherungen analysiert. Die Bewertung erfolgte ohne Berücksichtigung des Sparanteils, es ging nur um die BU-Option mit 22 Schwerpunktfragen und 77 Qualitätsmerkmalen.

Verglichen wurden insbesondere diese Anbieter und Tarife: Universa (Tabaluga), Nürnberger (Biene Maja), LV 1871 (Performer Primus 18–49 sowie Primus 50+), Stuttgarter (Kindervorsorge performance-safe), Allianz (KinderPolice InvestFlex) und Basler (Kindervorsorge Invest Vario). Den Qualitäts-Award räumte dabei Universa (Tabaluga) mit 95 Prozent Erfüllungsgrad bei den 22 Schwerpunktfragen ab, nachzulesen auch in der August-Ausgabe der Verbraucherzeitschrift „Guter Rat“.

„Tabaluga“ sieht unter anderem ein Wahlrecht vor, wenn Invalidität vorliegt. Dann kann entweder eine Pauschalleistung von 30.000 Euro oder die BU-Versicherung verlangt werden. Bei der Ausübung der BU-Option gelten die künftigen BU-Bedingungen, so dass das Kind später auch guten BU-Tarif erhält. Heidekamp will auch dazu seine Analyse der BU-Bedingungen ausweiten (procontra berichtete).

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