Bankangestellte: Mehr Gehalt und genervte Kunden

Digital Meistgeklickt von Florian Burghardt

Ein neuer Tarifvertrag beschert vielen Bankbeschäftigten bald mehr Geld. Die Einigung kommt zeitgleich mit mehreren Ausfällen bei Online-Banking und Kartenzahlung. Um welche Banken es geht und welche Ursachen die Probleme haben.

Mehrere Banken mussten ihre Kunden jüngst über technische Probleme informieren, durch die es zum Beispiel zu längeren Ausfällen beim Online-Banking kam. Nun stehen Gehaltserhöhungen für die Mitarbeiter an.

Mehrere Banken mussten ihre Kunden jüngst über technische Probleme informieren, durch die es zum Beispiel zu längeren Ausfällen beim Online-Banking kam. Nun stehen Gehaltserhöhungen für die Mitarbeiter an. Bild: Pixabay

Die rund 200.000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken bekommen mehr Gehalt. Per 01. September werden sich ihre Bezüge um 2,0 Prozent erhöhen. Zum 01. November 2020 gibt es dann noch einmal 2,0 Prozent mehr. Auf diesen neuen Tarifvertrag (gültig bis zum 30. Juni 2021) haben sich heute Nacht, nach einer langen und zähen fünften Verhandlungsrunde, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Arbeitgebervertreter geeinigt.

Aus Sicht zahlreicher Kunden einiger großer Banken dürften die nun erzielten Gehaltserhöhungen zu einem vergleichsweise schlechten Zeitpunkt kommen. Denn in den letzten Wochen und auch ganz aktuell wurden ihre Nerven von den Geldhäusern merklich strapaziert.

DKB mit Panne – und Entschuldigung

Am Montag beispielsweise hatten die Kunden der Deutschen Kreditbank (DKB) fast den ganzen Tag lang keinen Zugang zum Online-Banking – weder über mobile Endgeräte noch über den PC. Die DKB betonte über Social Media, dass lediglich die Nutzeroberfläche von einer technischen Störung betroffen war und das kein Sicherheitsrisiko für die dahinterliegenden Prozesse bestehe. In einem Youtube-Video entschuldigte sich der DKB-Vorstandsvorsitzende, Stefan Unterlandstättner, bei den Kundinnen und Kunden und bedankte sich für ihre Geduld. Die DKB habe nun ihre Serverkapazitäten erweitert, um die Probleme in den Griff zu bekommen, so der CEO.

Serverkapazitäten und generell die aktuellen technischen Anforderungen sind offenbar die Achillesverse der Banken. Auf die DKB-Panne und andere Störfälle bezogen, zitiert das Handelsblatt in seiner Online-Ausgabe mehrere Finanzpolitiker und -experten. Die einhellige Meinung: Viele Banken hätten eine veraltete IT-Infrastruktur, die besonders zum buchungsintensiven Monatsende enorm belastet werde.

Auch Commerzbank mit Problemen

Solche technischen Probleme haben kürzlich auch zu mehreren Ausfällen bei der Commerzbank geführt. So waren, ebenfalls am Montag, zahlreiche Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften nicht verarbeitet worden. Das Geldhaus betonte, dass es sich dabei nicht um Hacker-Angriffe, sondern lediglich technische Probleme handle.

Ähnliche Ausfälle hatten Anfang Juni die Nerven der comdirect-Kunden strapaziert. Bei der Commerzbank-Tochter konnten manche ausgefallenen Daueraufträge auch nach mehrmaligem Kontakt mit den Bankmitarbeitern nicht automatisch nachgeholt werden, so dass der Kunde am Ende selbst ranmusste.

Zwar könnten solche technischen Störungen die etablierten Banken teuer zu stehen kommen, da sie Kunden in die Arme der technisch vermeintlich gut aufgestellten FinTechs treiben könnten. Doch wie zuletzt das Beispiel N26 gezeigt hat, machen es die digitalen Angreifer der Branche auch nicht alle besser.

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