Wer haftet für einen verpassten Anschlussflug?

Berater Recht & Haftung von Florian Burghardt

Auch diesen Sommer wollen viele Deutsche per Flugzeug in den Urlaub. Den gebuchten Flug zu verpassen ähnelt dabei einem Albtraum. Wann in solchen Fällen die Fluggesellschaft haften muss, zeigt ein Urteil des Dresdner Amtsgerichts.

Die Urlaubszeit soll die schönste Zeit des Jahres werden. Aber wer haftet dafür, wenn die Traumreise durch einen verpassten Flug zum Albtraum wird?

Die Urlaubszeit soll die schönste Zeit des Jahres werden. Aber wer haftet dafür, wenn die Traumreise durch einen verpassten Flug zum Albtraum wird? Bild: Pixabay

Die Hauptreisezeit steht bevor. Viele Deutsche planen einen Aufenthalt im Ausland und nicht wenige von ihnen wollen ihr Ziel mit dem Flugzeug erreichen. Doch was, wenn man den gebuchten Flieger verpasst, zum Beispiel weil der Zubringerflug Verspätung hat? Wer bezahlt dann den womöglich teureren neuen Anschlussflug oder gar zusätzliche Kosten für Hotelaufenthalt und weitere Transporte?

Diese Fragen hatten auch Reisende, die von Delhi in Indien zurück nach Dresden wollten. Als Zwischenlandung nach dem langen Flug war Frankfurt am Main vorgesehen. Aufgrund eines Streiks wurden die Flüge aber annulliert und umgebucht. Nun sollte der Zubringerflug aus Delhi in Zürich landen und von dort aus der Anschlussflug nach Dresden starten.

Mindestumsteigezeit nicht gewährleistet

Der Zubringerflug hatte jedoch so viel Verspätung, dass die Reisenden Richtung Dresden ihren Anschlussflug nicht mehr erreichten. Für die ihnen daraus entstandenen Mehrkosten und Unannehmlichkeiten verlangten sie von der Fluggesellschaft Entschädigung auf Basis der Fluggastrechteverordnung. Diese verweigerte aber die Zahlung, weshalb die Reisenden vor dem Dresdner Amtsgericht klagten (Az.: 105 C 1927/18).

Dieses gab ihnen Recht. Denn nach der Rechtsprechung des BGH würde hier unzweifelhaft Haftung seitens der Fluggesellschaft bestehen. Zwischen den beiden Flügen hätte lediglich noch eine Umsteigezeit von 35 Minuten gelegen. Durch eine weitere geringfügige Verspätung sah das Gericht die Mindestumsteigezeit nicht mehr gewährleistet und machte dafür ein Planungsdefizit bei der Fluggesellschaft verantwortlich. Sie sei deshalb haftbar und müsse die Reisenden entsprechend entschädigen.

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