Wann die GKV auch für Tierhaltungskosten zahlt

Berater Recht & Haftung von Florian Burghardt

Weil ein Hund und eine Katze ihrer Psyche guttun, wollte eine Frau die Haltungskosten für die beiden Tiere von ihrer Krankenkasse ersetzt bekommen. Wann eine solche Kostenübernahme möglich ist, erklärte das Dortmunder Sozialgericht in seinem Urteil.

Das Kümmern um Katze und Hund kann psychisch kranken Menschen bei ihrer Genesung helfen. Aber muss die Krankenversicherung dann auch die Kosten für die Tierhaltung übernehmen?

Das Kümmern um Katze und Hund kann psychisch kranken Menschen bei ihrer Genesung helfen. Aber muss die Krankenversicherung dann auch die Kosten für die Tierhaltung übernehmen? Bild: Pixabay

Futter, ein kuscheliges Körbchen, Spielzeug und nicht zuletzt Tierarztkosten und Hundesteuer. Die Haltung von Tieren kostet Geld. Aber lassen sich diese Kosten vielleicht auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) abwälzen?

Das hatte zumindest eine Frau versucht, die sich in psychotherapeutischer Behandlung befindet. Sie hält einen Hund und eine Katze als Haustiere. Das Kümmern um die beiden Tiere würde aus ihrer Sicht zu ihrer Genesung beitragen. Denn durch die Sorge um die Tiere habe sie wieder Lebensmut gewinnen können. Aus nervenärztlicher Sicht wurde ihr sogar bestätigt, dass im Falle einer Abgabe der Tiere eine Dekompensation und Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes zu befürchten wäre.

Tiere sind kein Teil der Krankenbehandlung

Nachdem ihre Krankenkasse die Kostenübernahme für die Tierhaltung trotzdem ablehnte, klagte die Frau vor dem Sozialgericht Dortmund. Doch auch dieses wies ihre Forderung als unbegründet ab (Az.: S 8 KR 1740/18).

Denn nach Auffassung des Gerichts besteht für die Übernahme von laufenden Unterhaltskosten für die Haltung von Tieren durch die gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich keine Anspruchsgrundlage im Gesetz. Sie könnten deshalb nicht als Hilfs- oder Heilmittel im Sinne der gesetzlichen Vorschriften fungieren.

Zwar erkannte das Gericht Tieren im weitesten Sinne eine soziale Funktion zu. Dass sie sich positiv auf die Psyche der Versicherten auswirken mögen, mache sie aber nicht zum Teil einer Krankenbehandlung. Aus Sicht des Gerichts würden Tiere deshalb keiner drohenden Behinderung vorbeugen und – mit Ausnahme eines Blindenführhundes, für den die Kassen auch Unterhaltskosten übernehmen – keine Behinderung ausgleichen. Die Kosten für die Tierhaltung seien deshalb der privaten Lebensführung zuzuordnen und deshalb durch die GKV nicht erstattungsfähig.

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