Versicherungsmakler haut sich selbst übers Ohr

Panorama Berater Meistgeklickt von Martin Morgenstern

Ein Versicherungsmakler erschlich sich mit 100 gefälschten Verträgen Provisionen in sechsstelliger Höhe. Dabei hatte er einen entscheidenden Fehler in seiner Berechnung gemacht.

Schlecht kalkulierter Versicherungsbetrug

Allein die Berechnung des Betrugs wirft schon einge Fragen auf. Bild: Ollyy

Zwischen Oktober 2012 und Juli 2016 hatte ein Versicherungsmakler insgesamt 100 Verträge gefälscht, um Provisionen von mehr als 200.000 Euro zu kassieren. Die Namen der vermeintlichen Versicherungsnehmer hatte er sich ausgedacht bzw. seiner Bestandskunden-Datenbank entnommen. Da die Provisionen hätten zurückgezahlt werden müssen, wenn die Verträge innerhalb von 60 Monaten gekündigt worden wären, überwies der 57- jährige Mann die fälligen Beiträge von seinem eigenen Konto.

Die Crux: Hätte der Mann den Schwindel aufrechterhalten können, wäre das für den studierten Volkswirt ein Minus-Geschäft geworden. Glück im Unglück also, als die Versicherung im August 2016 auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam wurde.

„Das wäre doch ein Zuschussgeschäft für Sie geworden“, stellte der Amtsrichter im anschließenden Verfahren fest. Schließlich hätten die Provisionen nie ausgereicht, um alle Beiträge 60 Monate lang zu bedienen und am Ende noch etwas übrig zu behalten. Die schlichte Antwort des Mannes: „Ja, das stimmt. Soweit hatte ich nicht gedacht“. Für den Mann sei es im Übrigen nicht um Luxus gegangen, sondern um die Finanzierung seiner Patchworkfamilie samt sieben Kinder.

Die Einsicht des Mannes war es dann auch, die ihm zu einer verhältnismäßig milden Strafe verhalf (zwei Jahre auf Bewährung und 300 Sozialstunden). Der umfänglich geständige Betrüger gab der Versicherung sogar die Fälle an, die bei der Prüfung gar nicht aufgefallen waren.

Die Zulassung als Versicherungsmakler verlor der Mann natürlich trotzdem.

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