Vermögensschäden richtig versichern: Das müssen Sie wissen

Unternehmerversicherung Berater von Beatrix Altmann

Falsche Beratung, verletzte Urheberrechte, eine Terminverzögerung oder versehentliches Löschen von Kundendaten – durch einen vermeintlichen Fehltritt können schnell immens hohe Schäden entstehen. Das sollte beachtet werden.

Vermögensschaden Haftpflicht Gewerbe

Nicht jeder Fehler zieht einen Personen- oder Sachschaden nach sich. Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung kann in solchen Fällen helfen. retrorocket / shutterstock.com

Wenn Freelancern oder Selbstständigen im Job ein Fehler unterläuft, der für seinen Auftraggeber, bzw. Kunden teuer wird, spricht man von einem Vermögensschaden. Ein Fehler beim Drucken der Visitenkarten, verletzte Urheberrechte oder versehentliches Löschen wichtiger Kundendaten – dem Kunden entsteht schnell ein immens hoher finanzieller Schaden.

Das Problem: Viele Freelancer in den Bereichen Medien, IT und Unternehmensberatung haben zwar über ihre Betriebshaftpflicht Sach- und Personenschäden versichert, nicht aber die sogenannten echten, bzw. unechten Vermögensschäden.

Was sind echte und unechte Vermögensschäden?

Zunächst einmal sprechen wir von einem Vermögensschaden, wenn durch schuldhaftes Verhalten des Versicherungsnehmers einem anderen – beispielsweise seinem Auftraggeber, Kunden oder Dienstleister – ein finanzieller Schaden entsteht. Vermögensschäden ergeben sich zumeist unmittelbar aus den Dienstleistungen einer Agentur oder eines selbstständigen Arbeitnehmers.

Man spricht von einem echten Vermögensschaden, wenn der Schaden direkt durch das Fehlverhalten des Versicherten entsteht. Es liegt weder ein Personen- noch Sachschaden vor, noch lässt sich ein Schaden daraus herleiten.

Als unechter Vermögensschaden werden „finanzielle Nachteile“ bezeichnet, die sich aus Personen- und Sachschäden ergeben. Das heißt: Es muss ein Sachschaden vorliegen, denn der Vermögensschaden entsteht erst aufgrund der Beschädigung einer Sache. Diese sogenannten Vermögensfolgeschäden können durch eine Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt werden.

Kleiner Druckfehler – teure Konsequenzen

Eine Agentur wurde von einem Schuhhersteller beauftragt, Werbeplakate, Anzeigen und Flyer für eine Promotion-Kampagne herzustellen. Bei der Herstellung schlich sich ein kleiner Fehler ein – jedoch mit großen finanziellen Folgen für den Kunden. Denn auf den Plakaten und Anzeigen wurden die Endkunden mit einer falschen Offerte gelockt: Statt die Produkte „2 für 1“ anzubieten, machte die Agentur „3 für 1“ draus. Das Schuhgeschäft hatte nun mit Reputationsschäden zu kämpfen und einem erheblichen finanziellen Mehraufwand zu kämpfen. Von den erbosten Kunden ganz zu schweigen. Sie verklagte daraufhin die Werbeagentur auf 300.000 Euro Schadenersatz.

Gut, dass die Agentur richtig versichert war. Denn: Freelancer, Blogger, Selbstständige und Unternehmensberater, die ihre beruflichen Risiken jedoch umfassend absichern möchten, sollten in jedem Fall zusätzlich eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abschließen. Diese greift jedoch nur bei den echten Vermögensschäden.

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