Steuererklärung: Lohnt der Kontakt zum Fiskus?

Berater Recht & Haftung Top News von Detlef Pohl

Eine Kleine Anfrage der FDP brachte es an den Tag: Fast jeder Dritte reicht eine Steuererklärung ein. Für Makler ist es das jährliche Brot, doch für manchen Kunden nicht. Wie weit die Hilfe für den Kunden reichen darf.

Eine Erinnerung an die Steuererklärung schadet nicht

28 Millionen Bundesbürger erklären jährlich ihre Steuer. Die Hälfte davon müsste es nicht, hofft aber auf Rückerstattungen der Lohnsteuer. Bild: Pixabay

Insgesamt werden pro Jahr in Deutschland etwa 28 Millionen Steuererklärungen abgegeben. Das umfasst ca. jeden dritten Bundesbürger vom Säugling bis zum Greis. Rund 14,4 Millionen Steuerpflichtige haben durchschnittlich 1.527 Euro Werbungskosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte („Pendler“) angesetzt.

Diese aus dem Jahr 2014 stammenden Zahlen teilte die Bundesregierung vergangene Woche in ihrer Antwort (19/10764) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/10394) mit. Grund für die „alten“ Zahlen: Vor allem wegen der geltenden Fristen zur Abgabe der Steuererklärung liegen der Bundesregierung im Rahmen der amtlichen Lohn- und Einkommensteuerstatistik Daten nur bis zum Jahr 2014 vor. Manch aktuellere Daten stammen aus der internen Arbeitsstandstatistik des BMF.

Obwohl vielen Arbeitnehmern vor dem Aufwand graut, tun sie es oft doch: Knapp vier Stunden verbringt ein durchschnittlicher deutscher Arbeitnehmer mit der Erstellung seiner persönlichen Steuererklärung. Das will die derzeit in der Opposition befindliche FDP-Bundestagsfraktion ändern und die Steuererklärung künftig deutlich vereinfachen.

Viele hatten 2014 nur Lohn zu versteuern

Seit 2010 ist die Zahl der abgegebenen Steuererklärungen stetig gestiegen. Waren es 2011 schon 26,664 Millionen Steuererklärungen, so wuchs die Zahl 2017 auf den bisherigen Höchststand von 28,433 Millionen Erklärungen. Knapp die Hälfte davon beinhaltete ausschließlich Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit – typisch für Arbeitnehmer und Altersrentner. 2014 betraf dies 13,164 Millionen Steuerpflichtige.

Nimmt man noch steuerpflichtige Kapitaleinkünfte hinzu, waren es 13,342 Millionen Steuerpflichtige. Allerdings zahlten letztlich nur 8,2 Millionen Deutsche 2014 Einkünfte aus Kapitalvermögen. Steuern zahlen mussten letztlich nur 1,58 Millionen – im Schnitt wurden dabei 5.313 Euro angesetzt. Künftig könnte es teurer werden, falls die Abgeltungsteuer abgeschafft wird (procontra berichtete).

Im Veranlagungsjahr 2014 machten Arbeitnehmer nicht nur die oben genannten Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeit geltend, sondern 9,6 Millionen setzten durchschnittlich 260 Euro für Arbeitsmittel ab. Für ein häusliches Arbeitszimmer haben 938.000 Steuerpflichte 2014 im Schnitt 1.028 Euro geltend gemacht. Bei über 335.000 von ihnen wurde der Höchstsatz von 1.250 Euro berücksichtigt.

Über elf Millionen Steuerpflichtige machten im Schnitt je 193 Euro Steuerermäßigung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen geltend. Für Kinderbetreuungskosten setzten zudem knapp 2,2 Millionen Steuerpflichtige im Schnitt 968 Euro an.

Seite 1: Viele hatten 2014 nur Lohn zu versteuern
Seite 2: Vorsorgeaufwendungen und die Hilfen der Finanzdienstleister