So wollen Versicherungsmanager Kosten sparen

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Branche ächzt unter dem Zeit- und Kostenaufwand, den Regulierung und Datenschutz ihr abverlangen. Worin Versicherungs-Führungskräfte die größten Herausforderungen und Einsparpotenziale sehen, zeigt eine Studie.

Um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen viele Versicherer den Gürtel enger schnallen. Wo sie das größte Einsparpotenzial sehen, zeigt eine aktuelle Studie.

Um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen viele Versicherer den Gürtel enger schnallen. Wo sie das größte Einsparpotenzial sehen, zeigt eine aktuelle Studie. Bild: Pixabay

Regulierung und Digitalisierung haben die Versicherungsbranche fest im Griff. Das zeigt sich einmal mehr in einer aktuellen Befragung von 100 Assekuranz-Führungskräften, durchgeführt vom Beratungsunternehmen Sopra Steria Consulting. So geht nur etwa jeder Vierte davon aus, dass sich die Branche in den kommenden drei Jahren signifikant besser als die Gesamtwirtschaft entwickeln wird.

Diese, trotz eines passablen Branchenwachstums im Jahr 2018, eher pessimistische Grundstimmung gliedert die Studie in mehrere Ursachen auf. So spielen unter anderem die hohen Bürokratiekosten für die Umsetzung von EU-Regularien eine entscheidende Rolle. Besonders die Entscheider kleinerer Versicherer mit bis zu 500 Mitarbeitern sind hier eher negativ eingestellt. Denn die großen Versicherer und Konzerne können die fixen Kosten, die sich vor allem durch Solvency II und die DSGVO ergeben, auf eine größere Masse an Verträgen und Mitarbeiter aufteilen.

Dennoch bereiten Datensicherheit und Datenschutz allen Befragten das meiste Kopfzerbrechen (72 Prozent, Mehrfachnennungen möglich), da sie viele Ressourcen binden. Als weitere Top-Herausforderung für die Versicherungsbranche sehen die Manager in den nächsten Jahren außerdem die nahe am Thema Datenschutz gelegene Digitalisierung von Geschäftsprozessen (68 Prozent). Dass die Produktgeber hier Handlungsbedarf verspüren zeigt sich auch darin, dass mittlerweile deutlich mehr Führungskräfte in InsurTechs eine große Herausforderung sehen (59 Prozent) als noch 2017 (42 Prozent).

Ab in die Cloud

Doch die Versicherungsmanager haben bereits Pläne in der Schublade, um diese Herausforderungen zu meistern. So steht in den meisten Häusern bis zum Jahr 2022 eine Verbesserung der Servicequalität (76 Prozent) ganz oben auf der Agenda. Denn dadurch erwarten die Führungskräfte neben einem besseren Image und daraus resultierendem Wachstum vor allem sinkende Kosten. Das größte Kostensparpotenzial sehen die Befragten in den Bereichen

  • Schäden online melden (64 Prozent)               
  • Generelle Prozessautomatisierung (58 Prozent)            
  • Betrugserkennung durch künstliche Intelligenz (43 Prozent)

Wachsende Hoffnungen setzen die Versicherungsmanager außerdem in das Cloud Computing (40 Prozent gegenüber 32 Prozent in 2017). Es ist damit das meist-forcierte IT-Projekt in der Branche. Laut den Studienautoren steckt dahinter der Plan, Kosten für künftige regulatorische Anpassungen an die Cloud-Anbieter auszulagern. Neben den Kosten scheinen die Versicherer hier auch Verantwortung abgeben zu wollen. So verspricht sich etwa jede dritte Führungskraft von Cloud-Maßnahmen automatische Anpassungen an neue Regulierungen.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare