Provisionsdeckel: Nettopolicen als Ausweg?

profino Berater Meistgeklickt von Michael Fiedler

Schließt der Provisionsdeckel ausgerechnet jene, die besondere Beratung bedürfen, von der Altersvorsorge aus? Könnten Nettopolicen einen wirksamen Beitrag im Kampf gegen Altersarmut leisten? Worauf Makler dabei achten müssen.

Altersvorsorge_Nettopolice_Vergütung

Stephan Bruckner, Head of Sales Germany der Liechtenstein Life Assurance AG. Bild: Liechtenstein Life AG

Je lauter die Diskussion um den Provisionsdeckel wird, desto mehr Bewegung kommt in den Markt. Die Versicherer schlagen dabei unterschiedliche Wege ein. LV 1871 und die Bayerische setzen auf Makler-Boykott und brachten Muster-Anschreiben an Bundestagsabgeordnete in Umlauf. Anders sieht es die Liechtenstein Life: „Die Diskussionen um Provisionsdeckel oder gar Provisionsverbot dürfen nicht dazu führen, in Deckung zu gehen und das Feld der Altersvorsorge dem grauen Kapitalmarkt zu überlassen“, fordert Vertriebschef Stephan Bruckner. Seine Antwort heißt Nettopolice, die jüngst unter der Bezeichnung „yourlife netto“ speziell dem deutschen Markt vorgestellt wurde. Vergütung und Versicherung werden so getrennt und würden ein „Höchstmaß an Transparenz“ schaffen, heißt es vom Versicherer.

Vergütung: Transparenz schreckt ab

Für Honorarberater nichts Neues. Ihnen allein traut man jedoch offenbar nicht zu, den breiten Markt zu bedienen: „Die Honorarberatung legt die Beratungsvergütung transparent offen, wie es Verbraucherschützer immer gefordert haben. Gerade das wirkt jedoch oft abschreckend auf junge Verbraucher wie Berufsanfänger und Geringverdiener“, so Jürgen Ender, CEO des Factoring-Unternehmens cashyou. Das Unternehmen hat gemeinsam mit Liechtenstein Life und der Deutschen Handelsbank ein Factoringsystem entwickelt, das es Verbrauchern ermöglicht, die Beratervergütung durch monatliche Tilgung zu entrichten.

Ob ein Factoring der separat abgeschlossenen Vertriebsvergütung tatsächlich zu einer „Demokratisierung der Altersvorsorge“ führen wird, wie es in Liechtenstein heißt, bleibt abzuwarten und ist letztendlich abhängig von der abschließenden Entscheidung zum Provisionsdeckel.

Seite 1: Vergütung: Transparenz schreckt ab
Seite 2: Provisionsdeckel: Ausweg Nettopolicen?

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare