Probleme mit Kryptowährungen nehmen zu

Sachwerte von Florian Burghardt

Die hohe Volatilität von Kryptowährungen wie Bitcoin ist das eine, die hohe Quote von Betrugsfällen bei deren Einführung das andere. Die BaFin hat digitale Währungen zunehmend im Blick. Es geht dabei vor allem um den Verdacht der Geldwäsche.

Bitcoins sind die bekannteste Kryptowährung. Das Risiko von Betrugsfällen ist jedoch besondes hoch, wenn neue virtuelle Währungen auf den Markt kommen.

Bitcoins sind die bekannteste Kryptowährung. Das Risiko von Betrugsfällen ist jedoch besondes hoch, wenn neue virtuelle Währungen auf den Markt kommen. Bild: Pixabay

Kryptowährungen sind ein heißes Eisen für Anleger. Die bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat im vergangenen Jahr einen echten Achterbahn-Kurs hingelegt. Auch unter den rund 1.800 anderen Kryptowährungen gab es zahlreiche, deren Kursentwicklungen innerhalb weniger Monate von gewaltigen Höhenflügen über tiefe Talfahrten reichten.

Und es kommen immer neue digitale Währungen hinzu, die einen Marktüberblick erschweren. Die Einführung einer solchen neuen Digitalwährung nennt sich Initial Coin Offering (ICO). Im Zuge einer solchen Marktkapitalisierung von Krypto-Tokens kommt es, laut Zahlen der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA, weltweit in bis zu 78 Prozent der Szenarien zu Betrugsfällen. Darauf wies die Bundestagsfraktion „Die Linke“ hin und wollte, vor dem Hintergrund von Geldwäscherisiken und Verbraucherschutz, von der Bundesregierung unter anderem wissen, wie aktiv der deutsche Markt für Kryptowährungen überwacht wird.

BaFin überprüfte knapp 200 ICOs

Tatsächlich ist aufgrund der steigenden Anzahl neuer digitaler Währungen auch ein deutlicher Anstieg hinsichtlich der Überprüfungen festzustellen. So hat, laut der Antwort der Bundesregierung, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Jahr 2018 insgesamt 190 Einzelfallprüfungen im Zusammenhang mit ICOs durchgeführt. Im Jahr 2017 waren es nur 40 gewesen. Zudem gab es im vergangenen Jahr 573 Geldwäscheverdachtsmeldungen mit Bezug zu virtuellen Währungen. Auf Initiative der BaFin werden solche ICOs untersucht, bei denen ein hinreichender Anfangsverdacht auf das Betreiben unerlaubter Geschäfte vorliegt.

Spätestens nach dem enormen Bitcoin-Kurssturz im vergangenen Jahr haftet Kryptowährungen ein „nicht ganz lupenreines“ Image an. Manche Marktteilnehmer haben sich bereits deutlich von dem Geschäft mit Bitcoin & Co. distanziert. Allerdings sieht es nicht so aus, als ob der Markt und das Sprudeln neuer Tokens nun abflauen würden. Denn beispielsweise der Bitcoin-Kurs ist seit seinem Tiefpunkt mit unter 3.000 Euro pro Bitcoin seit Jahresende wieder geklettert, auf heute fast 10.000 Euro. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung dürften die Facebook-Pläne sein, im nächsten Jahr eine eigene digitale Währung auf den Markt zu bringen.

Die Bundesregierung erklärte, dass man sich derzeit im Rahmen der nationalen Risikoanalyse mit der Nutzung von virtuellen Währungen zur Geldwäsche und zur Terrorismusfinanzierung beschäftige. In den nächsten Monaten sollen dazu Ergebnisse veröffentlicht werden.

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