Leben: Was Beratern die Solvabilität sagen sollte

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Der Marktbeobachter Map-Report hat die jüngsten Solvenzangaben der Lebens- und Krankenversicherer für 2018 bewertet. Warum ein Vergleich kaum möglich ist und welche LV-Anbieter derzeit unbedenklich fürs Neugeschäft sind.

Im Gesamtmarkt Leben hat sich die Solvenzquote positiv entwickelt, sagt Reinhard Klages, Analyst des Map-Reports. Bild: Map-Report

Die Finanzstabilität eines Lebensversicherers ist heute für Makler ein wichtiges Auswahlkriterium, wenn auch bei weitem nicht das einzige. Die Solvabilitätsquoten sind unter dem Solvency II-Regime noch wichtiger geworden. Allerdings sind den Versicherern Übergangsmaßnahmen erlaubt. Insofern ergibt sich kein einheitliches Bild der Branche, wie die neue Marktuntersuchung „Solvabilität im Vergleich 2009 bis 2018“ (Map-Report 909) zeigt.

Ergebnis: Die Solvabilitätsquoten werden sowohl mit Volatilitätsanpassung und Übergangsmaßnahmen (aufsichtsrechtlich relevant), als auch in der „Basisversion“ ohne jegliche Hilfsmaßnahmen abgebildet. Die Anzahl der Gesellschaften schwankt dabei von Kennzahl zu Kennzahl, weil nicht alle Unternehmen die jeweils berücksichtigten Hilfen anwendeten. Hinzu kommt: Nicht alle Lebensversicherer haben pflichtgemäß bis zum 23. April ihren SFCR-Bericht 2018 veröffentlicht (Solvency and Financial Condition Report – kurz: SFCR).

Quote ist nicht gleich Quote

„Je nachdem, wie die Quote ermittelt wurde, kann das Ergebnis leicht um mehrere hundert Prozent abweichen“, warnt Analyst Reinhard Klages. Der Report trägt den verschiedenen Berechnungsformeln jedoch Rechnung. Wichtigstes Ergebnis: Im Gesamtmarkt Leben hat sich die Solvenzquote (SCR-Quote) positiv entwickelt. Ohne Übergangsmaßnahmen und ohne Volatilitätsanpassung beträgt sie mittlerweile 234,6 Prozent (Vorjahr 227,4 Prozent). Ganz oben platzieren sich Europa mit 912,1 Prozent und Dialog mit 769,1 Prozent.

Zur Erklärung: Die SCR-Quote gibt in einem simulierten Szenario das Verhältnis der Eigenmittel eines Versicherers zu seinen Verpflichtungen gegenüber den Leistungsempfängern wieder. Nach Vorgabe der Aufsichtsbehörde sollte die Quote immer bei mindestens 100 Prozent liegen. Unter diesen Voraussetzungen hat eine Gesellschaft ausreichend Eigenmittel, um auch unter extremen Entwicklungen alle Verpflichtungen der Solvency II-Anforderungen zu erfüllen.

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