BU-Versicherung: Warum der neue Finanztest wenig bringt

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Gut findet Makler Helberg, dass Finanztest diesmal auf einige wichtige Punkte hinweist, die in früheren Tests keine große Rolle spielten:  

  • möglichst früh eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen,
  • eine möglichst lange Laufzeit (Endalter von 67 Jahren) zu wählen,
  • bei der Auswahl auf Tarifbezeichnung und den Stand der Versicherungsbedingungen zu achten,
  • auf einen geringen Abstand zwischen Zahlbeitrag und Tarifbeitrag zu achten und
  • die Berufsunfähigkeitsrente hoch genug abzusichern.

Für sehr fragwürdig hält Helberg die Ratschläge im Finanztest-Artikel, Verbrauchern „in fünf Schritten zum guten Vertrag“ ohne Berater im Do-it-yourself-Verfahren zur BU-Police verhelfen zu wollen, wenn der Leser „gesund“ ist. Erfahrungsgemäß schätzen sich sogar schwer erkrankte Menschen gern als gesund ein, meint der Makler. „Manchmal melden sich bei mir Interessenten mit Sätzen wie 'eigentlich bin ich kerngesund' – und liefern 50 Seiten Krankenakte gleich mit“, so Helbergs Erfahrung.

Über Gesundheit entscheidet einzig der Risikoprüfer

„Gesund zählt nicht aus Sicht der Verbraucher, sondern aus der Sicht der Risikoprüfer“, so Helberg. Wie sich selbst kleinere Blessuren beim Testsieger Hannoversche Lebensversicherung auswirken können, dazu hat der Makler mal beim Anbieter nachgeschaut. So führt bereits eine einmalige Behandlung einer BWS-Blockade vor zwei Jahren, sofort ausgeheilt, beim Controller zu einem Risikozuschlag von 82,26 Euro pro Monat. Statt 70 Euro Monatsbeitrag wären dann also mehr als das Doppelte fällig.

Süffisant fällt das Fazit von Helberg, der auch in der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM) aktiv ist, an Verbraucher aus: „Wenn Sie eine BU-Versicherung – also die vielleicht wichtigste Versicherung Ihres Lebens – abschließen wollen, sollten Sie sich fragen, ob Sie sich auf die Ergebnisse eines solchen Tests verlassen wollen.“

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