bAV: Wie attraktiv ist Förder-Hopping?

Versicherungen Top News von Stefan Terliesner

In einer Broschüre wirbt HDI mit dem Satz: „Die neue bAV von HDI ist am Markt das bisher einzige Produkt in der Direktversicherung, das alle Lebensphasen begleitet.“ Lange dürfte dieser Zustand aber nicht bestehen bleiben. Auf Anfrage sagte Uwe Neussel, Leiter bAV bei Continentale Versicherungsverbund: „Wir werden ein ähnliches Produkt anbieten. Die neue Continentale RiesterRente Invest Garant gibt es ab Ende Mai auch als Direktversicherung nach § 10a EStG in der betrieblichen Altersversorgung.“ Und weiter: „Ein Wechsel in eine Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG ist möglich.“

Ob sich solche Produktkonstruktionen auf Dauer bewähren, bleibt abzuwarten. Zunächst erscheinen sie sowohl aus Sicht eines Arbeitgebers, Arbeitnehmers als auch eines Vermittlers interessant. Ein Sprecher von HDI sieht keine Haftungsprobleme für Makler. Im Gegenteil: „Unsere Direktversicherungen mit flexibler Förderung sind besonders haftungssicher für Vermittler, weil sie automatisch nach dem Best-Advice-Prinzip beraten.“ Weil der Kunde jederzeit zwischen beiden Förderwegen springen könne, „könnten sie gerade nicht in Haftung genommen werden, weil sie ein Produkt mit nur einer Fördermöglichkeit empfohlen haben und sich diese im Nachhinein als ungünstiger erweist.“ Welche Variante für den einzelnen Arbeitnehmer in der jeweiligen Lebenssituation lohnender ist, lasse sich mit einem speziellen Online-Rechner schnell ermitteln. Das Werkzeug könnten Arbeitnehmer eigenständig oder gemeinsam mit ihrem Berater nutzen. „Wir weisen Arbeitnehmer, die eine Direktversicherung mit flexibler Förderung abgeschlossen haben, künftig regelmäßig auf die Möglichkeit des Förderwechsels hin“, unterstreicht die HDI.

Mitnahme der Förderung möglich

Was die Mitnahme des Betriebsrentenvertrages zu einem neuen Arbeitgeber betrifft, so würden dieselben Portabilitätsregeln gelten wie für jede andere Direktversicherung. Beim Jobwechsel könnten Arbeitnehmer die Police mitnehmen, wenn der neue Arbeitgeber bereit ist, den Vertrag als Versicherungsnehmer fortzuführen, sagt der Sprecher. Ist das nicht der Fall, könne der Arbeitnehmer die Direktversicherung privat fortführen und dabei die Riester-Förderung in Anspruch nehmen. „Damit hat HDI einen der größten Störfälle der betrieblichen Altersvorsorge entschärft, denn bisher konnten Arbeitnehmer eine Direktversicherung privat nur ungefördert fortführen.“

Das könnte im Markt tatsächlich gut ankommen. Der Großteil der Bundesbürger achtet darauf, dass sie staatliche Fördertöpfe konsequent ausschöpfen können, wenn sie eine neue Altersvorsorge abschließen. Das hat eine von HDI in Auftrag gegebene Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov ergeben, berichtet der Versicherer passend zum Start seines neuen Produktangebots.

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