Autounfall: Grob fahrlässig durch Infotainment?

Berater Recht & Haftung von Florian Burghardt

Die moderne Technik in Autos ist oft ein Segen. Bei hohen Geschwindigkeiten sollte man aber lieber die Finger davon lassen. Ab welchem Tempo man bei der Bedienung des Infotainmentsystems grob fahrlässig handelt, hatte das OLG Nürnberg zu entscheiden.

Die Bedienung solcher Infotainmentsysteme sollte man bei hohen Geschwindigkeiten lieber unterlassen.

Die Bedienung solcher Infotainmentsysteme sollte man bei hohen Geschwindigkeiten lieber unterlassen. Bild: Pixabay

In Deutschland wird seit Jahren hitzig über die Einführung eines durchgehenden Tempolimits auf Autobahnen diskutiert. Möglicherweise hätte dies den folgenden Schaden verhindert. Denn die freie Wahl der Geschwindigkeit wurde dem Fahrer eines Mietwagens zum Verhängnis.

Er hatte sich bei einer Agentur einen Mercedes Benz CLS 63 AMG gemietet und war mit diesem bei Tempo 200 Stundenkilometer auf der linken Fahrspur über die Autobahn gefahren. Dabei hatte er nachweislich das Infotainmentsystem des Fahrzeugs bedient, um über dieses Informationen abzurufen. Diese Aktion hatte ihn offenbar so sehr abgelenkt, dass nach links von der Fahrbahn abkam und gegen die Mittelleitplanke stieß. Der Wagen wurde dabei stark beschädigt.

Regress beim Mietwagenfahrer

Die Autovermieterin verlangte daraufhin 11.947,69 Euro (50 Prozent des entstandenen Schadens) von dem Mann. In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Mietwagen-Police hatte sie geregelt, dass sie zumindest teilweise beim Mieter Regress nehmen könne, wenn ein Schaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Dies sah sie in diesem Fall gegeben und klagte deshalb vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth gegen ihren Kunden.

Als das Landgericht ihre Klage abwies, zog sie weiter vor das Nürnberger Oberlandesgericht (OLG). Dieses traf eine eigene Entscheidung.

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