Altersvorsorge: Bald nur noch über Amazon?

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Was sich Kunden von Versicherern wünschen

Die Verbraucher in allen vier Ländern wünschen sich in zehn Jahren von den Versicherern Lösungen, die individueller auf den persönlichen Bedarf zugeschnitten sind. In Deutschland wählten 43 Prozent diese Antwort. 36 Prozent präferierten Produkte, die bei kürzerer Lebensdauer mehr Lebensqualität ermöglichen – zum Beispiel durch eine höhere Rente. Ebenfalls hoch im Kurs stehen lebensbegleitende Produkte, die bei Bedarf temporär wählbare Upgrades bereithalten.

„Die Umfrage zeigt, dass der Versicherer beziehungsweise der Berater Anbieter des Vertrauens bleiben, doch auf lange Sicht werden junge Menschen die Erwartungen an Anbieter ändern“, erklärt Markus Drews, Hauptbevollmächtigter Canada Life Deutschland. Schon jetzt informieren sich viele Deutsche im Netz, schließen aber zumeist Policen noch offline ab (procontra berichtete).

Der Vorsorgebedarf werde weiterwachsen, doch die Versicherer müssten die digitalen und individuelleren Bedürfnisse der Menschen auf dem Schirm haben. „Und clever mit den einmaligen Produktvorteilen wie zum Beispiel der lebenslang garantierten Rente kombinieren“, sagt Drews.

Verlieren Sachversicherer Kunden an Amazon?

Das ist auch bitter nötig. Denn Versicherern könnte ein Kundenexodus an Amazon bevorstehen, meint die Unternehmensberatung SMP. Grund: Versicherer haben zwar umfangreiche Kundenbestände, wüssten aber zu wenig über sie. Amazon-Kunden informieren das Unternehmen hingegen ständig durch ihre Suchanfragen, Kaufentscheidungen oder mit Hilfe von Alexa über ihre Bedürfnisse und Lebensumstände. So weiß Amazon genau, was Kunden brauchen. „Versicherer denken in Produkten. Amazon denkt vom Kunden her“, sagt Ingo Marjan, Partner der SMP. Deshalb seien Versicherer auch austauschbar.

Bei der Altersvorsorge seien noch keine konkreten Pläne bekannt, doch SMP prognostiziert, dass Amazon in den nächsten 36 Monaten eine Hausratversicherung anbieten wird - „als Zugabe zu Alexa mit einer Haussteuerung zu einem geringen Preis oder sogar kostenlos“, meint Marjan. Auch in der Kfz- und Krankenversicherung stünden digitale Umwälzungen bevor. Manches sei jedoch erlaubnispflichtig, daher werde die BaFin ein Auge auf Amazon & Co. haben, wenn sie Versicherungen in Deutschland anbieten (procontra berichtete).

Harte Nuss für Assekuranz: Convenience-Erfahrungen

Insbesondere Convenience-Erfahrungen (Einfachheit, Transparenz, Schnelligkeit, Verfügbarkeit) und die Erlebnisse mit erfolgreichen Plattformen beeinflussten den Verhaltenswandel laut SMP und würden auch auf Finanzdienstleister übertragen. Zu jedem Zeitpunkt herrsche Transparenz über den Kauf eines Produktes. Auch die Rücksendung erfolge ohne viel Aufwand. Zudem würden weitere für den Kunden interessante Produktvorschläge unterbreitet. Dieses Tempo könnten die meisten Versicherer nicht bieten.

Allerdings seien Berater aus Fleisch und Blut bei der Altersvorsorge derzeit ohne Konkurrenz (procontra berichtete). Künftig sei es aber laut SMP denkbar, dass Algorithmen auch in diesem Bereich Einzug halten. In Deutschland ist Canada Life seit 2000 aktiv – ausschließlich über Versicherungsmakler. Das Kerngeschäft bilden fondsgebundene Versicherungen. Bei der Absicherung von schweren Krankheiten (Dread Disease) und Grundfähigkeiten sieht sich das Unternehmen als Marktführer.

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