Altersvorsorge: Bald nur noch über Amazon?

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Wie werden Altersvorsorge-Produkte in zehn Jahren gekauft? Das Bild könnte sich deutlich in Richtung digitaler Anbieter verschieben, so eine Umfrage. Allerdings sind die Deutschen hier konservativer als Kanadier, US-Amerikaner und Iren.

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Wer Rente will, muss bei Amazon anstehen? Sieht so die Zukunft der Altersvorsorge aus? (Symbolbild) VDB Photos / Shutterstock.com

Für zwei Drittel der Menschen in Deutschland kommen Google oder Amazon als Altersvorsorge-Anbieter auch künftig nicht in Betracht. Nur elf Prozent befürwortet so ein Szenario, ein Viertel zum Teil. In Kanada, den USA und vor allem in Irland (27 Prozent) gibt es hier es eine höhere Zustimmung. Das ergab eine Umfrage des Marktforschers YouGov im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life.

Die Studie „Leben im Jahr 2029“ untersuchte unter über 4.000 Personen (darunter gut 1.000 in Deutschland), wie sich Deutsche, Iren, Kanadier und US-Amerikaner Versicherungen in zehn Jahren vorstellen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahren in den vier Ländern.

Jüngere sind auch bei der Absicherung digital affin

Hierzulande sind Jüngere eher bereit, künftig eine private Altersvorsorge bei digitalen Unternehmen abzuschließen: Für 15 Prozent der 18- bis 24-Jährigen kommt dies grundsätzlich in Frage, für ein Drittel immerhin zum Teil. „Die Befragung hat gezeigt, dass jüngere Menschen offener für Versicherungsangebote von Unternehmen wie Google oder Amazon sind“, erklärt Florian Elert, Professor für Versicherungsmanagement. Diese Tendenz könne sich in Zukunft noch verstärken.

Warum die Mehrheit so zurückhaltend gegenüber digitalen Anbietern ist, geht aus der Umfrage nicht hervor. Ein Grund dürfte jedoch die überwiegend positive Erfahrung mit dem jeweiligen Berater sein. Laut Umfrage sehen sich zwar nur 30 Prozent der Deutschen in Sachen Altersvorsorge gut aufgestellt. Doch das muss kein Widerspruch sein. Denn rund ein Drittel der Befragten würde gern mehr fürs Alter tun, kann es sich aber nicht leisten (siehe Grafik). Weitere 12 Prozent geben an, dass sie sich schon abgesichert haben, 18 Prozent sparen und sehen ihre künftige Renten-Situation positiv.


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