Smarthome: Neue Technik birgt neue Risiken

Privatschutz Berater von Sebastian Wilhelm

Dass wir nach Hause kommen und Licht, Heizung oder Multimedia per Sprachbefehl steuern, ist keine Science-Fiction mehr. Damit verbundene neue Gefährdungen aber auch nicht. Versicherungsmakler sollten diese auf dem Schirm haben und ihre Kunden sensibilisieren.

Smarthome: Neue Technik birgt neue Risiken

Neue Technik birgt neue Risiken. Bild: shutterstock.com/Alexander Kirch

Lange Jahre wurde ständig vom intelligenten Kühlschrank geraunt, der zukünftig bei Bedarf selbstständig Nachschub ordert. Diesbezüglich ist die Revolution zwar bislang ausgeblieben. Doch in anderen Bereichen werden die Smarthome-Visionen immer mehr zur Wirklichkeit. Schätzungen zufolge nutzt bereits fast jeder dritte Deutsche „intelligente“ und vernetzte Heimtechnik. Beliebt sind vor allem Heizungs-, Licht-, Jalousien-, HiFi- und Sicherheitstechnik-Steuerung per mobile Endgeräte oder Touchscreens in den Wänden. Und auch diese Bedienformen werden schon zunehmend durch Sprach- und Gestensteuerung ersetzt – der Fortschritt ist unaufhaltsam.

Smarthome-Technologie erleichtert indes nicht nur das Leben, sondern bringt auch spezifische Sicherheitsrisiken mit sich. Zum einen kann sich nämlich ein digitaler Eindringling der Basisstation bemächtigen und so alle angeschlossenen Geräte fernsteuern. Zum anderen ist keine komplexe Technologie perfekt, Fehlfunktionen lassen sich also nie ausschließen. Das kann glimpflich ausgehen, wenn die HiFi-Steuerung zum Beispiel im falschen Moment eine lange verheimlichte musikalische Vorliebe erschallen lässt. Oder wenn die Heizung die Bewohner ins Schwitzen bringt.

Beim Geld tut’s weh

Ärgerlicher wird es allerdings, wenn es zu nennenswerten finanziellen Schäden kommt. Denn wer zahlt eigentlich beispielsweise für hohe Energiekosten, die entstehen, weil ein Virus während des Familienurlaubs alle angeschlossenen Geräte einschließlich Heizung auf Maximalfunktion gestellt hat? Oder für Smarthome-Komponenten, die aufgrund einer Fehlsteuerung – ob technisch bedingt oder durch böswilligen Eingriff von außen – beschädigt werden? Was, wenn die vermeintlich smarte Waschmaschine die Wohnung unter Wasser setzt? Oder wenn der „intelligente“ Kühlschrank eine Lkw-Ladung Frischware anliefern lässt?

Das sind Fragen, die sich die wenigsten Smarthome-Nutzer stellen – obwohl sie es sollten, denn die Gefahren sind real (bis auf die Kühlschrank-Bestellung, die wohl frühestens in einigen Jahren zum flächendeckenden Phänomen wird). Versicherungsmakler sollten die betreffenden Kunden für die Smarthome-bedingten Risiken sensibilisieren und Schutzlücken aufzeigen. Die Versicherungswirtschaft hat sich auf die neuen Gefahrenquellen eingestellt und entsprechende Produktbausteine entwickelt. Mit einem Technikschutz-Modul lassen sich Smarthome-bedingte Schäden abdecken, ob in der Haurat- oder – bei fest verbauten Komponenten – der Wohngebäudeversicherung.

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