Riester? „Kopfkissen wäre die bessere Alternative“

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Mit diesem eigenwilligen Vergleich waren dem Bund der Versicherten die Schlagzeilen wieder sicher. Doch wie seriös ist diese Empfehlung in Richtung Verbraucher? Das hinterfragte procontra beim BdV-Vorstand Axel Kleinlein.

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV, würde ein Kopfkissen der Riester-Rente vorziehen. Foto: Christian Augustin

procontra: Herr Kleinlein, der Bund der Versicherten hat kürzlich erneut die Ertragskraft der Riester-Rente untersucht. Ihr Fazit lautete, man solle sein Geld lieber unter ein Kopfkissen packen als in eine Riester-Rente. Wie kommen Sie zu dieser merkwürdigen Empfehlung?

Axel Kleinlein: Die Produkte sind einfach unrentabel. Es ist aus unserer Sicht nach wie vor ein großer Missstand, dass Steuergelder in Form von Zulagen in ein Produkt fließen, das am Ende nur Negativrenditen ermöglicht.

procontra: Aber die Beitragsgarantie gewährleistet doch das eingezahlte Kapital zu Rentenbeginn. Negativrenditen sind dadurch gar nicht möglich.

Kleinlein: Eben doch. Die Garantierenten sind nämlich zu gering. Wenn man hier eine normale Lebenserwartung ansetzt, dann bekommen die Kunden am Ende weniger raus, als sie eingezahlt haben. Das ist dann nun mal eine Negativrendite und daran muss sich ein Vorsorgeprodukt auch messen lassen. Diese Rentabilität haben wir bemessen und kamen hierbei zu dem schlechten Ergebnis für alle Verbraucher.

procontra: Die Rentabilität haben Sie eben nicht bemessen.

Kleinlein: Doch, das haben wir.

procontra: Nein, leider nicht. Sie haben nur die garantierten Renten untersucht. Zulagen, Steuervorteile und Überschussbeteiligungen spielten in ihrem Ergebnis gar keine Rolle. Ihre Studie verspricht aber „Die wahre Rendite der Riester-Rente“. Wäre es für diese Aussage nicht notwendig, auch alle Ertragskomponenten einzubeziehen?

Kleinlein: Zulagen und Steuervorteile sind keine Ertragskomponenten. Sie fließen zwar mit in den Vertrag ein und können die „gefühlte Rendite“ erhöhen. Entscheidend ist aus unserer Sicht aber die „wahre Rendite“, die der Versicherer mit dem Geld erzielt, das er bekommt. Das sind die Eigenbeiträge und die Zulagen. Mit diesen Geldern gelingt es den Lebensversicherern leider nicht, ein rentables Ergebnis zu erzielen. Daher kommen wir zu dem Fazit, das ein Kopfkissen die bessere Alternative ist.

procontra: Der Kopfkissen-Sparer darf aber nicht älter werden, als Sie kalkulieren. Sonst sind die Ersparnisse aufgebraucht. Das Langlebigkeitsrisiko kann man mit Ihrem Kopfkissen daher nicht absichern.

Kleinlein: Das stimmt. Aber, die Lösungen der deutschen Lebensversicherer sichern das Langlebigkeitsrisiko leider viel zu ineffizient ab.


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