Maklerrente: Welchen Einfluss der Kundenabrieb hat

Berater Nachfolgeregelung Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

In der neuen Print-Ausgabe befasst sich procontra mit der Nachfolgeregelung für Makler, die in Ruhestand gehen. Beim Asset-Deal werden Verkäufe gegen Einmalbeitrag und auch eine Maklerrente beleuchtet - letztere von blau direkt mit falschen Zahlen.

Beim Vergleich von Maklerrenten sollte der Makler zunächst die Rentenhöhen ohne den möglichen Kundenabrieb beim Bestandsverkauf anschauen, findet Oliver Pradetto von blau direkt. Bild: Pohl

Die Redaktion hat gemeinsam mit Andreas Grimm, Spezialist für Unternehmensbewertungen, ein Modell entworfen, um die Höhe der „Maklerrente“ zu ermitteln: Ein Einzelmakler bezieht 80.000 Euro aus Bestandscourtagen von Versicherungen (30.000 Euro aus Kfz-, 35.000 Euro aus Sach-, 15.000 Euro aus Lebens- und Krankenversicherungen). Fünf Maklerrentenanbieter haben bei Umfrage mitgemacht: SDV Servicepartner der Versicherungsmakler, blau direkt, Policen Direkt, Jung DMS & Cie. (JDC) sowie Finanz-Zirkel.

Mitunter fließen in die Rentenberechnung auch ratierliche Abschlussprovisionen ein (Policen Direkt), gehen 50 Prozent der künftigen Kfz-Provisionen weiter aufs Konto des Maklers (SDV kauft aber den Kfz-Bestand nicht an) oder gar 50 Prozent vom künftigen Neugeschäft aus dem übergebenen Bestand (Finanz-Zirkel).

Warum die Rente mit der Zeit sinkt

Alle Anbieter liefern eine lebenslange Rente, aber keine konstante, garantierte Rentenhöhe - die Auszahlung sinkt mit der Zeit. Grund: Die Bestandscourtage sinkt. Der Verlust beginnt schon bei der Übertragung des Bestandes, da erfahrungsgemäß nicht alle Kunden die Betreuung durch den neuen Makler akzeptieren. „Bei Policen Direkt kalkulieren wir konservativ mit einem Abrieb des Bestandes pro Jahr von ungefähr 3,0 Prozent in den ersten zehn Jahren und danach mit 6,0 Prozent“, sagt Philipp Kanschik, verantwortlich für Bestandsübernahmen bei Policen Direkt.

Dies hänge aber stark vom jeweiligen Bestand ab. Blau direkt hält 10 Prozent Abrieb bei der Übernahme und dann ebenfalls 3,0 Prozent pro Jahr für realistisch und hat dies ehrlicherweise auch so angegeben. „Unsererseits verursachen wir keinen Abrieb, weil der Abrieb bei Bestandsübernahme eher von der Qualität des Bestandes des Maklers abhängt als von uns“, relativiert Oliver Pradetto, Geschäftsführer von blau direkt.

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