Konterkariert vzbv-Extrarente den Standard-Riester?

Berater Top News von Detlef Pohl

Ideologische Thesen halten sich hartnäckig

Einige bekannte ideologiebesetzte Punkte sind kritikwürdig. Nicht nur die scheinbar unnötigen Kosten traditioneller Produkte und Beratungswege werden gegeißelt, sondern deren Inhalte. So soll die Extrarente „ohne falsche Versprechungen“ sein. An wen sie bei falschen versprechungen denkt, beantwortete Mohn indirekt: „Falsche Versprechungen machen aus meiner Sicht alle, die Garantien anbieten, wenn es doch eigentlich um sehr langfristige Ansparprozesse geht, und diejenigen Garantien zusätzlich einseitig als Vorteil darstellen.“ Auch jene, die Produkte mit hohen Kosten verkaufen, obwohl es viel günstiger geht, und die verschweigen, wie diese Kosten auf eine mögliche Rente wirken“, zählt sie dazu.

Außerdem biete die Extrarente „keine wertlosen Garantien“, heißt es im vzbv-Forderungspapier. Sind also aktuell von Riester-Anbietern gegebene Beitragsgarantien (0-Prozent-Verzinsung) wertlos? Klare Antwort der Finanzmarkt-Teamleiterin: „Ja.“ Garantien kosteten in der Ansparphase nur Rendite. „Damit auf Garantien verzichtet werden kann, muss das einmal eingezahlte Geld langfristig, also bis zum Renteneintritt angelegt bleiben“, heißt es ergänzend in den Unterlagen. In der Auszahlungsphase seien demgegenüber Garantien möglich.

Was machen Nicht-Arbeitnehmer?

Einige strukturelle Fragen zum Produktvorschlag der Verbraucherschützer bleiben. Beispiele: Wie sollen Nicht-Arbeitnehmer, Hausfrauen oder Beamte proaktiv in die Extrarente optieren, wenn in der Regel alles über Arbeitgeber laufen soll? Oder: Sind öffentlich-rechtliche Träger besser oder kostengünstiger als private? Letztlich scheint der vzbv-Vorschlag die Idee eines Standard-Riesters zu konterkarieren. „Der Koalitionsvertrag bietet in jedem Fall einen guten Anknüpfungspunkt für die Extrarente“, gibt sich Mohn diplomatisch.

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