Insolvente Verbraucherzentrale Bremen plant baldige Sanierung

Berater von Florian Burghardt

Im Februar erklärte die Verbraucherzentrale Bremen überraschend ihre Pleite. Schuld daran sind Fehler bei der Altersvorsorgeplanung für die eigenen Mitarbeiter. Nun sehen die Verbraucherschützer einen „wichtigen Meilenstein“ erreicht.

Bleibt während der finanziellen Sanierung in Eigenregie mit der unternehmerischen Verantwortung betraut: Dr. Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen.

Bleibt während der finanziellen Sanierung in Eigenregie mit der unternehmerischen Verantwortung betraut: Dr. Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen. Bild: Verbraucherzentrale Bremen

Die Verbraucherzentrale Bremen e.V. (VZB) will sich finanziell wieder auf ein stabiles Fundament stellen. Diesem Ziel ist der gemeinnützige Verein nun einen Schritt nähergekommen. So hat das zuständige Bremer Amtsgericht Anfang Mai das Restrukturierungsverfahren über die insolvente Verbraucherzentrale eröffnet und damit der Sanierung in Eigenregie grünes Licht gegeben.

Damit verbleibt die unternehmerische Verantwortung wie bisher beim Vorstand der VZB, der dabei von den Rechtsanwälten Olaf Schubert und Dr. Christian Matiebel unterstützt wird. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Dr. Moritz Sponagel von der Bremer Kanzlei Dr. Sponagel Rechtsanwälte bestellt, der eine Überwachsungsfunktion übernimmt.

Fehler bei der Altersvorsorge

Die Verbraucherschützer sprechen in diesem Zusammenhang von einem „wichtigen Meilenstein“ nach dem Tiefschlag im Februar. Damals musste die VZB aufgrund von Fehlern bei der Altersvorsorgeplanung für die eigenen Mitarbeiter ihre Zahlungsunfähigkeit erklären. Konkret hatte eine fehlerhafte Bezugnahme in den Arbeitsverträgen auf den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder dazu geführt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen 15 Jahren Ansprüche auf zwei statt auf eine betriebliche Altersversorgung erworben haben. Ansprüche, die der Verein nicht erfüllen konnte.

Ihre Beratung bietet die VZB im Land Bremen weiter uneingeschränkt an. Die Bremerinnen und Bremer würden weiterhin zu ihrer Verbraucherzentrale stehen und die Beratung weiter nachfragen, so Dr. Tim Voss, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Verbraucherzentrale Bremen. Das Sanierungskonzept hat zum Ziel, dass dies auch weiterhin so bleibt. Auch die Arbeitsplätze der 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen erhalten bleiben. Man sei zuversichtlich, die Sanierung mit der Vorlage des endgültigen Insolvenzplans im dritten Quartal des Jahres erfolgreich abschließen zu können.

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