Huk-Coburg klagt sich aus Check24-Vergleich

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Trotz Verbot listete Check24 die Kfz-Tarife der Huk-Coburg. Der Versicherer klagte, nun liegt das Urteil des Kölner Oberlandesgerichts vor. Obwohl dieses pro Huk entschied, scheint der Versicherer nicht von dem Vergleichsportal loszukommen.

Trotz des nun vorliegenden Urteils im Berufungsverfahren will Check24 nicht aufhören, die Kfz-Tarife der Huk-Coburg in seinen Vergleichen zu listen.

Trotz des nun vorliegenden Urteils im Berufungsverfahren will Check24 nicht aufhören, die Kfz-Tarife der Huk-Coburg in seinen Vergleichen zu listen. Bild: dpa

Check24 darf die Kfz-Versicherungen der Huk-Coburg Gruppe nicht mehr wie bisher in seinen Vergleichen mit auflisten. Das hat das Oberlandesgericht Köln mit seinem Urteil (Az.: 6 U 191/18) vom 12. April entschieden. Damit wurde die vorausgegangene Entscheidung des Kölner Landgerichts nun in der Berufung deutlich zugunsten des größten deutschen Kfz-Versicherers geändert.

Dieser hatte dem, unter anderem als Versicherungsmakler tätigen, Vergleichsportal vorgeworfen, mit der Praxis seiner Tarifvergleiche wettbewerbswidrig zu handeln. Dieser Verstoß wurde nun von den Richtern am OLG bestätigt.

Preisvergleich ohne Preise

Grundsätzlich hatte sich die Huk-Coburg bereits im Herbst 2017 von der Zusammenarbeit mit jeglichen Vergleichsportalen zurückgezogen – und dabei deren hohe Provisionsansprüche kritisiert. Anders als die mit den Portalen kooperierenden Versicherer, stellte die Huk-Coburg keine Tarifdaten in Echtzeit zur Verfügung, was maßgeblich für einen Vergleich ist. Jedoch führte Check24 auf Basis der ihr bekannten Informationen die Huk-Tarife weiterhin mit auf – allerdings ohne Preise und quasi außer Konkurrenz am Ende der Ranglisten.

Das bewog den Kfz-Versicherer zur Klage gegen das Vergleichsportal. Dieses würde gemäß § 6 UWG unlauter handeln, da es vergleichend wirbt, dieser Vergleich aber nicht objektiv auf eine oder mehrere wesentliche, relevante, nachprüfbare und typische Eigenschaften oder den Preis dieser Waren oder Dienstleistungen bezogen wird.

Das heißt: Aus Sicht der Huk-Coburg handelt es sich beim Tarifvergleich von Check24 um einen reinen Preisvergleich. Folglich sei es unzulässig weil benachteiligend, Tarife ohne Preisangaben dort aufzuführen. Das beklagte Münchener Portal hatte einen reinen Preisvergleich stets verneint. Schließlich könnten die Nutzer die Ergebnisliste anhand von diversen anderen Suchkriterien steuern, so dass nicht mehr nur nach dem Preis aufgelistet werden würde.

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