Geldanlage: Beratung? Zu teuer!

Berater von Michael Fiedler

Vermögensaufbau? Darum wollen sich Deutsche am liebsten selbst kümmern. Denn Vertrauen in die Expertise von Anlageberatern haben sie nicht. Das Hauptinteresse von Vermittlern gelte den Provisionen, so die Überzeugung.

Geldanlage Vermögensaufbau Altersvorsorge Provision

"Anlageberater haben doch nur die eigenen Provisionen im Kopf" - an diesem Vorurteil haben auch Verbraucherschützer mitgewirkt. Bild: shutterstock.com / ArTono

Vermögensaufbau und Geldanlage in Zeiten von Niedrigzins – das ist eine Sache für Profis. Könnte man meinen. Doch die Deutschen sehen das anders. Ihnen reichen Besuche auf Anlage-Plattformen im Internet, um sich ausreichend informiert zu fühlen. Das zeigt eine Umfrage der Immobilien-Plattform Exporo. 7 von 10 Deutschen bevorzugen der Erhebung zu folge das Internet, um sich ein „eigenes, unabhängiges Urteil“ bilden zu können.

Professionelle Beratung? Zu teuer!

Die Umfrage der Crowdinvesting-Plattform zeigt auch, dass den meisten Deutschen die Beratungsleistungen von professionellen Vermittlern zu teuer sind. 86 Prozent der Befragten geben das an. Eine Ursache für diese Sichtweise: Anlageberatern wird unterstellt, nur die eigenen Provisionen im Blick zu haben. Das vermuten 69 Prozent der Befragten. Deutlich mehr als die Hälfte der Befragten, 57 Prozent, traut auch ihrem Bankberater nicht.

Verbraucherschutz schafft Misstrauen

Die konstant niedrigen Vertrauenswerte und das Misstrauen dürften zu einem Teil auch auf das Konto von Verbraucherschützern gehen. Seit Jahren erzeugen Verbraucherschützer in der Öffentlichkeit den Eindruck, Beratungsqualität hänge mit der Vergütungsform zusammen. Wie schädlich sich diese ideologisierte Debatte auf die Altersvorsorge nachkommender Generationen auswirkt, wird man erst in einigen Jahren richtig einschätzen können. Dann werden Mohn, Kleinlein und andere längst nicht mehr in der Öffentlichkeit stehen und Verantwortung für die Ratschläge der Vergangenheit übernehmen.

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