Erstinfo: „Hälfte aller Mail-Signaturen abmahnfähig“

Berater Recht & Haftung profino Meistgeklickt von Michael Fiedler

Regulierung und kein Ende. Doch kommen die Bestimmungen auch in der Praxis an? Laut Fabian Kosch (Kanzlei Michaelis) ist ein Großteil der E-Mail-Signaturen von Versicherungsmaklern abmahnfähig. Woran das liegt.

Fabian Kosch Erstinformation Haftung Abmahnung

Vertiefte auf profino das Wissen der Webinar-Teilnehmer über Berufsausübungspflichten: Fabian Kosch von der Kanzlei Michaelis. Bild: Hundt/ procontra

Kaum eine andere Berufsgruppe wurde in den letzten Jahren so stark reguliert wie Versicherungsvermittler. Ein Ende dieser Regulierungsbemühungen ist nicht abzusehen – im Moment zieht die Diskussion um den Provisionsdeckel viel Aufmerksamkeit auf sich.

Überfordert Regulierung?

Doch wie sieht es mit der Umsetzung all der Verordnungen, Regeln und Gesetze aus? In der Praxis hat sich wohl noch nicht jede Vorschrift durchgesetzt. So überraschte Diplomjurist Fabian Kosch (Kanzlei Michaelis) auf profino mit der Einschätzung, dass „die Hälfte aller E-Mail-Signaturen abmahnfähig“ sei.

Grund dafür ist, dass viele Makler in ihrer Signatur richtigerweise ihre Erstinformation mitschicken. Allerdings wurde es oft versäumt, diese anzupassen. Enthält die versendete Erstinformation keinen Hinweis auf die Vergütungsart, ist dies abmahnfähig. Eine weitere Fehlerquelle bei der Erstinformation ist der Hinweis auf den Paragrafen 11 der alten Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV). So heißt es noch bei einigen Vermittlern: „Erstinformation nach § 11 VersVermV“. Richtig wären aber die §§ 15 und 16. Doch noch besser wäre, den Hinweis auf die §§ ganz wegzulassen. Denn Vorschrift sind sie nicht.

Im Webinar ging Kosch auch auf weitere typische Fehlerquellen ein und beantwortete Fragen der Teilnehmer im Anschluss in der Vermittler-Lounge auf profino.

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