DIA: Dynamisierung der Riester-Förderung überfällig

Berater Top News von Detlef Pohl

Der Koalitionsvertrag peilt eine standardisierte Riester-Rente an. Jetzt gibt es neue Vorschläge. Neben Dynamisierung der Förderung und Abschaffung der nominalen Beitragsgarantie ist auch eine Konzentration der Zulagen auf Geringverdiener denkbar.

Mit frischen Ideen könnte die Riester-Rente als Standard-Produkt attraktiver werden, Die Förderung sollte vor allem Geringverdienern helfen und endlich dynamisiert werden, so eine DIA-Studie. Bild: Pixabay

Viele tun zu wenig über die staatliche Rente hinaus für einen finanziell gut gepolsterten Ruhestand. Der Staat fördert dazu unter anderem die Riester-Rente. Die ist jedoch in die Kritik geraten und soll einfacher, billiger und effizienter werden (procontra berichtete).

In die Diskussion um ein standardisiertes neues Riester-Produkt kamen zuletzt auch flankierende Produktvorschläge, etwa die Idee vom Münchener Ifo-Institut mit seinem „Bürgerfonds“. Der würde auf Kredit angespart und brächte am Ende nur eine sehr bescheidene Ausbeute (procontra berichtete).

Oder die Extrarente der vzbv, die statt „teurer, unrentabler und unflexibler Riester-Rentenversicherungen“ nun eine kostengünstige Privatvorsorge ohne Garantien über Aktienanlage am Kapitalmarkt bringen soll, angesiedelt bei von einem öffentlich-rechtlichen Träger (procontra berichtete).

DIA mit radikalen Reform-Ideen

Beide Ideen scheinen den Auftrag zur Entwicklung eines Standard-Riesters nicht voranzubringen. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat sich dagegen in der Studie „Revitalisierung der Riester-Rente“ mit klaren Vorschlägen für einen Standard-Riester zu Wort gemeldet. So wird künftig Wahlfreiheit bei der nominalen Beitragsgarantie empfohlen, was auch den Verzicht auf Garantien beinhalten würde.

Zudem sollten nur noch Geringverdiener bis 20.000 Euro Jahresbruttoeinkommen eine Zulage erhalten. „Für alle anderen soll lediglich die nachgelagerte Besteuerung gelten, ohne die für die meisten Gutverdiener technisch ohnehin überflüssige vorherige Zulagenverrechnung“, so DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.

Weitere Vorschläge aus dem Maßnahmenkatalog: Die Ausweitung der Riester-Rente auf alle unbeschränkt Steuerpflichtigen und die Kopplung der Kinderzulage an das Kindesalter anstelle an die Zahlung des Kindergeldes. Beides könnte dazu beitragen, die viel Unfrieden stiftenden Rückforderungen von Förderzulagen weitgehend zu verhindern.

Im Auftrag des DIA hatte die empirica AG Verbraucherschützer, Produkt-Anbieter und Vermittler von Riester-Produkten sowie Vertreter der gesetzlichen Rentenversicherung befragt, wie die Riester-Rente vereinfacht werden könne. Drei Ansatzpunkte kamen dabei zur Sprache: Die Zahl der Geschäftsvorfälle muss minimiert, die Einteilung in unmittelbar, mittelbar und gar nicht förderfähig abgeschafft und die Rückforderung von Zulagen eingedämmt werden.

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