Der Schutz startet in drei Monaten

Privatschutz von Oliver Lepold

In der Regel fällt beim Abschluss einer Rechtschutzversicherung eine Mindestwartezeit von drei Monaten an. Erst danach beginnt der Versicherungsschutz. Doch welche Wartezeiten gelten für welche versicherten Bereiche? Lesen Sie hier die Antworten.

Rechtschutzversicherung - Wartezeiten können variieren. Bild: unsplash.com/ Hal Gatewood

Wer eine Rechtsschutzversicherung abschließt, sichert sich gegen die Kosten aus Rechtsstreitigkeiten ab. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf die Interessen des Kunden als Privatperson, Arbeitnehmer, Kfz-Fahrer, Mieter oder Eigentümer. Gar nicht abgedeckt oder über Zusatzbausteine nur teilweise versicherbar, sind unter anderem vorsätzlich begangene Taten sowie Geldstrafen und Geldbußen.

Der Schutz beginnt jedoch nicht in allen versicherten Bereichen sofort ab Abschluss der Rechtsschutzversicherung. Eine Wartezeit von drei Monaten ist allgemein üblich bei den meisten Rechtsstreitigkeiten. Dazu gehören:

  • der Immobilien-Rechtsschutz
  • der Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht (Ausnahme Verkehrsbereich)
  • der Steuerrechtsschutz
  • der Arbeits-Rechtsschutz
  • der Sozial-Rechtsschutz

Es besteht kein Kostenschutz, wenn der Versicherungsfall vor Ablauf der Wartezeit eintritt. Wann der Rechtsstreit beginnt, ist nicht maßgeblich.

Längere Wartezeiten je nach Leistungsart

Es gibt auch längere Wartezeiten: Eine zwölfmonatige Wartezeit gilt für den Rechtsschutz in Unterhaltssachen. Dies betrifft in der Regel Streit um Unterhaltspflichten nach einer Trennung oder Scheidung. Eine dreijährige Wartezeit gilt für den Rechtsschutz in Ehesachen. Maßgeblich ist, dass der jeweilige Versicherungsfall nicht vor Ablauf der Wartezeit eingetreten ist. Besonders leistungsstarke Versicherer haben in diesen Bereichen jedoch deutlich kürzere Wartezeiten.

Manche Versicherer verzichten auf Wartezeiten in bestimmten Bereichen und vermarkten dies entsprechend. Dabei handelt es sich meist um Leistungsarten wie den Verkehrs-Rechtsschutz, die vom Versicherungsnehmer kaum oder gar nicht vorhersehbar oder beeinflussbar sind.

Wer seine Rechtsschutzversicherung kündigt und nahtlos von einem Anbieter zu einem anderen wechselt, bekommt die Wartezeit meist ebenfalls erlassen.

Keine rückwirkenden Leistungen

Bei allen Rechtschutzpolicen gilt: Der Versicherer leistet nur, wenn die Ursache für die Streitigkeiten nicht vor Vertragsabschluss lag. Es hat also keinen Sinn, eine Rechtsschutzpolice abzuschließen, wenn das Verfahrens schon läuft.

Es ist jedoch unter Umständen möglich, den Vertragsbeginn rückwirkend vorzuverlegen. Manche Assekuranzen bieten dies an. Wird bei Abschluss beispielsweise der Vertragsbeginn auf drei Monate vordatiert, zahlt der Kunde rückwirkend die Versicherungsprämie für die drei Monate nach. Seine Wartezeit liegt dann in der Vergangenheit und er hat Anspruch darauf, dass der Versicherer ab diesem Zeitpunkt für ihn eintritt. Auch hier gilt: Leistungen für einen zurückliegenden Versicherungsfall sind nicht möglich.

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