BU-Leistung ohne Prüfrecht des Versicherers

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Aspekt 3: Kundenservice im Run-off

Interessanter Nebenaspekt im vorliegenden Fall: Der ursprüngliche Versicherer, Delta Lloyd, wurde 2015 von der Run-Off-Gesellschaft Athene (inzwischen Athora) übernommen. Doch lässt sich sagen, ob allein daraus Nachteile für den Versicherten entstehen, wie Verbraucherschützer vermuten? Eher nicht. Vielmehr zeigt der vorliegende Fall, dass sich auch der Run-Off-Versicherer an die bestehenden Verträge halten muss.

Aspekt 4: Wer die Bedingungen beherrscht, beherrscht den Rechtsstreit

Die Wende im vorliegenden Fall in Versmold kam durch eine Vertragsklausel zustande, die besagt, dass der Versicherer ohne eigenes Prüfrecht leistet, wenn dem Versicherten bei Vollendung des 55. Lebensjahres eine unbefristete Erwerbsminderungsrente aus gesundheitlichen Gründen durch die Deutschen Rentenversicherung zugesprochen wurde.
Das war traf auf den Versicherten zu und schließlich erklärte sich der Versicherer bereit, seine Leistungspflicht zu übernehmen.

Klarer Regulierungsprozess fehlt

Erschreckend ist, dass diese Klausel in dem mehrjährigen Rechtsstreit bis dahin „unbeachtet“ blieb. Zum einen spricht das für eine professionelle Leistungsfall-Begleitung. Aber es wird auch deutlich, dass einheitliche Standards und Prozesse fehlen, die dem Versicherten schnell Klarheit hinsichtlich konkreter Leistungen verschaffen, wie Peter Dörrenbächer, Fachanwalt für Versicherungsrecht, gegenüber procontra forderte.

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