BRSG-Effekt: Mittelstand öffnet sich für die bAV

Berater von Florian Burghardt

Die betriebliche Altersversorgung verbreitet sich nicht so gut wie erhofft. Das liegt auch am Unwissen von Chefs und Mitarbeitern. Doch eine Umfrage offenbart nun Lichtblicke. Sie zeigt auch, was die Betriebe von Versicherern und Vermittlern benötigen.

Laut einer Studie öffnen Mittelständler zunehmend ihre Tore für einen Ausbau des bAV-Angebots. Entfaltet das BRSG nun seine Wirkung?

Laut einer Studie öffnen Mittelständler zunehmend ihre Tore für einen Ausbau des bAV-Angebots. Entfaltet das BRSG nun seine Wirkung? Bild: Pixabay

Mit 47 Prozent will etwa jeder zweite Betrieb sein bAV-Angebot entsprechend den Möglichkeiten des BRSG ausbauen. Im Jahr 2018 hatte nur jedes vierte Unternehmen diese Bereitschaft gezeigt. Diese Verdopplung „pro bAV“ geht aus der aktuellen Auflage der Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand“ hervor, die die Generali Deutschland zusammen mit dem F.A.Z.-Fachverlag und dem F.A.Z.-Institut erstellt hat. Befragt wurden dafür 200 bAV-Verantwortliche in deutschen mittelständischen Unternehmen.

Zwar ist ein Sozialpartnermodell (SPM) als neue Durchführungsform der bAV weiterhin nicht in Sicht. Die Effekte des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) machen sich dafür in anderen Bereichen bemerkbar. So würde sich aktuell jeder zweite befragte Betrieb seit Jahresbeginn auf die Weitergabe der 15-prozentigen Sozialversicherungsersparnis des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer vorbereiten.

bAV-Planlosigkeit bleibt Thema

Auch die Unwissenheit über die Rechte, Pflichten und Möglichkeiten in der bAV scheint stellenweise abzunehmen. In der letztjährigen Umfrage sagten 49 Prozent der bAV-Verantwortlichen, dass sie noch nicht wüssten, ob sie das bAV-Angebot in ihrem Unternehmen aufgrund der BRSG-Änderungen erweitern sollen. In der aktuellen Umfrage ist dieser Anteil auf 29 Prozent gesunken. Der Anteil der Verweigerer ging zumindest leicht von 26 auf 23 Prozent zurück.

Dennoch ist die Planlosigkeit in vielen Betrieben weiterhin ein Hemmnis für die Verbreiterung der betrieblichen Altersversorgung in der Gesellschaft. Eine Umfrage Ende 2018 belegte, dass nicht einmal jeder fünfte Firmenchef korrekt über den neuen 15-prozentigen Pflichtzuschuss für Arbeitgeber informiert ist. In der Folge bleiben auch viele Mitarbeiter uninformiert. Laut der Generali-Studie ist der Anteil von Mitarbeitern mit einer bAV gegenüber dem Vorjahr nur leicht auf 44,3 Prozent gestiegen.

Das brauchen die Betriebe

Die Befragten Experten konnten auch Vorschläge äußern, wie man die Verbreitung und Qualität der betrieblichen Altersversorgung verbessern könnte. Fast 70 Prozent gaben an, dass sie von den Anbietern mehr komplexe digitale Lösungen benötigen, die über die reine Vorsorge hinaus auch die digitale Infrastruktur für die Arbeitgeber und die Beschäftigten bereitstellen.

Wichtig sei den Betrieben dabei, ganzheitliche Lösungen aus einer Hand zu bekommen und nicht auf unterschiedliche Dienstleister angewiesen zu sein, mit denen sie über verschiedene Kanäle kommunizieren müssen. Rund sieben von zehn Befragten sehen zudem in bAV-Gruppenverträgen ein wichtiges Zukunftsmodell.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare