BaFin sieht Mängel bei FinTech N26

Digital von Florian Burghardt

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Online-Bank N26 im Visier. Diese muss nun konkrete Auflagen hinsichtlich der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erfüllen. Im März hatten sich die Kundenbeschwerden über das FinTech gehäuft.

Das FinTech N26 steht vor allem für mobiles Banking via Smartphone-App. In letzter Zeit gab es aber Mängel bei Sicherheit und Kundenservice. Nun ist die BaFin eingeschritten.

Das FinTech N26 steht vor allem für mobiles Banking via Smartphone-App. In letzter Zeit gab es aber Mängel bei Sicherheit und Kundenservice. Nun ist die BaFin eingeschritten. Bild: N26

Die Berliner Online-Bank N26 muss sich bessern. Und zwar hinsichtlich der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Diese Anordnung hat das wertvollste FinTech Europas, wie nun bekannt wurde, am Montag von Seiten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten.

Die Aufsichtsbehörde verlangt auf Grundlage der §§ 6 VIII und 51 II Geldwäschegesetz, dass die N26 Bank GmbH angemessene interne Sicherungsmaßnahmen ergreift und allgemeine Sorgfaltspflichten einhält. Konkret müssen Rückstände im EDV-Monitoring aufgearbeitet, Prozessbeschreibungen und Arbeitsabläufe verschriftlicht sowie eine vorgegebene Anzahl von Bestandskunden neu zu identifiziert werden.

Darüber hinaus müsse die vor allem über eine Smartphone-App nutzbare Digitalbank eine angemessene personelle und technisch-organisatorische Ausstattung zur Einhaltung ihrer geldwäscherechtlichen Verpflichtungen sicherzustellen.

Probleme mit Kontensicherheit und Kundenservice

Die N26-Verantwortlichen zeigten sich in einer Stellungnahme optimistisch, alle Vorgaben der BaFin noch vor Ende der dafür vorgegebenen Frist umsetzen zu können. Wie es heißt, würden derzeit alle Transaktionen, die vom System als unregelmäßig oder auffällig identifiziert wurden, „mit Hochdruck“ abgearbeitet. Rund 90 Prozent seien bereits geschafft, der Rest soll bis Ende nächster Woche folgen.

Um dauerhaft alle regulatorischen Vorgaben erfüllen zu können, will N26 sein Personal bis Ende des Jahres von aktuell 1.000 auf 1.500 Mitarbeiter aufstocken. Diese sollen sich dann adäquat um die Anliegen der, laut eigenen Angaben, rund 2,5 Millionen Kunden kümmern.

Zumindest bis vor Kurzem klappte das nämlich nicht. Im März häuften sich bei den Verbraucherzentralen die Kundenbeschwerden über N26. Man könne sich seit Tagen nicht in sein Konto einloggen, der Kundenservice würde abblocken oder sei gar nicht erreichbar und wenn der Zugriff endlich wieder möglich war, fehlten teils erhebliche Geldbeträge auf den Konten. Kurz darauf hatte sich die BaFin eingeschaltet.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare