Altersvorsorge: Jüngeren droht eine Sparquote von 8 Prozent

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Der Garantiezins gibt Sicherheit, aber kostet Rendite. Um diese in Sachen Altersvorsorge auszugleichen, müssen die Menschen höhere Sparbeiträge aufbringen. Wie viel nötig ist und werden könnte, hat eine Studie im Auftrag des GDV ermittelt.

Haben die jüngeren Jahrgänge nur noch durchs Zocken eine Chance auf ausreichende Renditen? Oder sind steigende Zinsen in Zukunft realistisch?

Haben die jüngeren Jahrgänge nur noch durchs Zocken eine Chance auf ausreichende Renditen? Oder sind steigende Zinsen in Zukunft realistisch? Bild: Pixabay

Die Erträge von Lebensversicherungen mit klassischen Garantien leiden seit Jahren unter der Niedrigzinsphase. In der Folge haben sich die Anbieter zunehmend für neue Tarife geöffnet, die lediglich über eine (teilweise) Beitragsgarantie verfügen. Auch Indexpolicen mit Beitragsschutz und höherem Renditespielraum sowie fondsgebundene Lebensversicherungen rücken mehr in den Fokus.

Doch die Deutschen lieben ihre Garantien – und das, obwohl der Höchstrechnungszins aktuell bei 0,9 Prozent liegt. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) begrüßt sogar das geplante Festhalten an dem „bewährten System der vorsichtigen Reservierung“. Das betonte Guido Bader, Vorstandsmitglied der Stuttgarter Lebensversicherung und seit April neuer DAV-Vorsitzender, auf der Jahrespressekonferenz der Aktuare.

Wer Garantien will, muss noch mehr sparen

Aus Sicht der Versicherungsmathematiker bleibe damit „ein wichtiger Baustein im Sinne einer langfristig gesicherten Altersvorsorge erhalten.“ Wenngleich sie einen prinzipienbasierten Rahmen für die Festlegung des Höchstrechnungszinses gerne auch gesetzlich verankern würden. In die korrekte Ermittlung der Garantiezinshöhe sollten dann neben dem historisch beobachteten Zinsniveau und der aktuellen Erwartung an zukünftig erzielbare Renditen auch das derzeit beobachtbare Kapitalanlageverhalten der Branche einfließen, so Bader.

Außerdem appellieren die Aktuare an die Politik, Änderungen des Höchstrechnungszinses mit einer Vorlaufzeit von elf Monaten jeweils zum 1. Januar eines Kalenderjahres festzulegen. Damit hätten die Aktuare im Interesse der Kunden ausreichend Zeit für die erforderliche Neukalkulation der Tarife und die notwendige Umsetzung in der Technik.

Doch auch das dürfte nichts daran ändern, dass jegliche Form von Garantie den Kunden Rendite kosten wird. Fehlende Rendite also, die die Menschen über höhere, aus ihrem Bruttoerwerbseinkommen stammende Sparbeiträge ausgleichen müssen. Wie sich diese Sparbeiträge in verschiedenen, mehr oder weniger wahrscheinlichen Zinsszenarien entwickeln werden, hat die Prognos AG im Auftrag des GDV berechnet (Seite 2 dieses Artikels).

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