Wohngebäude: Smart aus der Krise

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Stürme wie Friederike haben ihren Teil dazu beigetragen. Das weitaus größere Problem ist jedoch weniger medienwirksam: Leitungswasserschäden. Laut Zahlen des GDV waren gebrochene Rohre und leckende Dichtungen für knapp die Hälfte aller Schäden (49 Prozent) in der Wohngebäudeversicherung in den vergangenen 15 Jahren verantwortlich. Sturm- und Hagelschäden kamen nur auf 25 Prozent. Rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden werden den deutschen Versicherern im Jahr gemeldet – das ist einer alle 30 Sekunden. Statt existenzielle Risiken abzusichern, wurde aus der Wohngebäudeversicherung immer mehr eine „Reparaturversicherung“.

Selbst in Jahren ohne großflächige Naturkatastrophen wurde die Wohngebäudeversicherung für viele Anbieter zum Verlustgeschäft. So schrieben 2017 laut „Branchenmonitor Wohngebäudeversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig 40 Prozent der untersuchten Versicherer rote Zahlen im VGV-Geschäft.

Problem an der Wurzel packen

„Leitungswasserschäden sind in der Gebäudeversicherung ein zentrales Problem und letzten Endes für die Verlustsituation der Branche in den vergangenen 20 Jahre verantwortlich“, sagt Dr. Christof Mackrodt, Abteilungsleiter für Kalkulation und Produktmanagement bei der Provinzial Rheinland. Doch obwohl das Problem seit gut 20 Jahren besteht, gibt es bislang keine zufriedenstellende Lösung Die wachsenden Schadenaufwendungen machen immer wieder Beitragssteigerungen für die Kunden unumgänglich. „Dabei würden wir das Problem viel lieber bei der Wurzel packen“, so Mackrodt.

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