Unfallversicherung: „Batmans Fall“

Berater Recht & Haftung von Martin Morgenstern

Der direkte Arbeitsweg ist auch auf Dienstreisen gesetzlich unfallversichert. Wie es sich mit dem Schutz aber bei einer Verfolgungsjagd von Verbrechern verhält, konnte erst das Hessische Landessozialgericht klären.

„Batmans Fall“ - greift die gesetzliche Unfallversicherung auch bei einer Verfolgungsjagd?

„Batmans Fall“ - greift die gesetzliche Unfallversicherung auch bei einer Verfolgungsjagd? Bild: Shutterstock.com/ Krikkiat

Es klingt eher nach einer Comic-haften Superhelden-Geschichte: Barcelona, dunkle Gassen, ein Dieb. Im zugrundeliegenden Fall hatte das Hessische Landessozialgericht (Az. L 9 U 118/18) jedoch über ganz reale Gegebenheiten zu entscheiden.

Ein Mann musste aus beruflichen Gründen an einem Kongress in Barcelona teilnehmen. Nach dem offiziellen Geschäftspart am Abend wollte er mit Kollegen in eine Bar gehen. Als die Gruppe das Lokal um 5 Uhr morgens verließ, um den Heimweg ins Hotel anzutreten, wurde ihm die Geldbörse gestohlen. In Superhelden-Manier à la Batman und Co. nahm der Mann sofort die Verfolgung auf. Die Szene endete jedoch wenig filmreif: Er wurde von einer weiteren Person zu Fall gebracht, stürzte und zog sich eine Radiusköpfchenfraktur zu.

Batman vs. gesetzliche Unfallversicherung

Die Berufsgenossenschaft lehnte jegliche Leistung ab, da sie in diesem Ereignis keinen Arbeitsunfall sah. Für den Weg zwischen Bar und Hotel entfalle der Versicherungsschutz, zumal sich der Unfall während der Verfolgungsjagd ereignet hatte, so die Genossenschaft. Daraufhin klagte der Mann.

Die Richter des Hessischen Landessozialgerichts schlossen sich der Auffassung der Berufsgenossenschaft an. Der Weg zwischen Tagungsstätte und Hotel sei zwar auch auf Dienstreisen unfallversichert, nicht aber die Verfolgungsjagd eines Diebes. Der Mann habe sich rein persönlichen Belangen gewidmet, die nicht mehr im unmittelbaren Zusammenhang mit den betrieblichen Aufgaben gestanden hätten, so die Richter. Da in diesem Fall der Versicherte den Täter auch nicht verfolgt habe, um ihn der Strafverfolgung zuzuführen, sei hier kein Versicherungsschutz wegen "der Verfolgung eines Straftäters im allgemeinen Interesse" erkennbar.

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