Stiefkind Betriebsunterbrechungs-Versicherung

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Haftzeit schwer zu kalkulieren und einzuhalten

Regelmäßig werden Schäden durch externe Sachverständige oder spezialisierte Schadenbüros bearbeitet. „Das ist auch gut so“, sagt Kraft. Bei einem Betriebsunterbrechungsschaden sei schnelles Handeln die halbe Miete. Man benötige zur effektiven Begrenzung des Schadens schnelle Reaktionen vor allem von technischen Experten und nicht von Versicherungskaufleuten. Versicherer und Kunde haben dasselbe Ziel. Beide wollen, dass der Schaden so gering wie möglich bleibt und das Geschäft schnellstmöglich wieder brummt.

Im Schadenfall drohten dennoch Haftungsfallen. Als Beispiel nannte Kraft die Haftzeit von 12 Monaten in der Klein-BU. Die vergehe schneller als man denkt. Da sei zunächst die Zeit bis zur Freigabe durch Versicherer oder Polizei, ehe die Schadenbeseitigung beginnen kann. Dann folge die Zeit für das Abtragen und Entsorgen von Schutt (etwa nach einem Brand), dann die Bauzeit (aktueller Handwerkermangel), Planungs- und Genehmigungszeiten, Nachkauf von nicht schnell lieferbaren Spezialmaschinen, Einarbeitungs- und Rundlaufzeiten, Beschaffung weiterer Räumlichkeiten.

Für den Makler sei eine Haftungsfalle, dass die Betreuung nicht zeitnah erfolgt und damit womöglich Risiko in zu geringem Umfang abgedeckt ist. „Dazu bietet sich das Jahresgespräch beim Kunden an“, sagt Kraft. Insbesondere bei der FBU seien die Versicherungssummen an Entwicklungen des Kunden (Expansionspläne) zeitnah anzupassen. „Lieber etwas höher greifen, denn bis zu einem Drittel der Prämie wird in der FBU üblicherweise erstattet“, erinnert Kraft. Die regelmäßige Meldung an den Versicherer sei zwingend erforderlich.

VEMA-Lösung bei Unterversicherung

Zum Thema Summenbildung biete die VEMA im Rahmen ihrer Klauselbögen, die spezielle Deckungskonzepte in der Gewerbeversicherung darstellen, verbesserte Regelungen bei Unterversicherung. „Diese positiv vom Markt abweichenden Regelungen gelten nicht nur für die Inhalts- und Gebäudeversicherung, sondern auch für BUV“, so Kraft.

Im Rahmen des VEMA-Klauselbogens Sach/Gewerbe verzichten Versicherer beispielsweise darauf, Unterversicherung anzurechnen und damit Leistungen zu kürzen. Der überwiegende Teil tut dies bei Schäden bis 500.000 Euro, einige verzichten sogar vollständig (AIG, Inter, Signal Iduna) - ohne Begrenzung der Schadensumme.

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